Ärzte Zeitung online, 19.12.2017

Unfallstatistik

Gewalt gegen Mitarbeiter ist in Kliniken keine Seltenheit

2016 wurden besonders oft Mitarbeiter in Kliniken oder Pflegeheimen Opfer von Gewalt, wie eine aktuelle Statistik zeigt.

Von Marco Hübner

BERLIN. Mitarbeiter im Gesundheitswesen erleben vergleichsweise häufig Gewaltunfälle am Arbeitsplatz. Von 10.432 Beschäftigten, die 2016 einen Arbeitsunfall durch die Einwirkung physischer oder psychischer Gewalt meldeten, stammen 3252 aus dem Bereich Gesundheit (31 Prozent).

Das geht aus dem aktuellen Arbeitsunfallbericht 2016 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hervor. Im Vergleich zum Vorjahr (2015: 2858 Fälle) wurden im Gesundheitsbereich insgesamt 13,8 Prozent mehr Gewaltunfälle gemeldet.

Die Unfälle betreffen oft Mitarbeiter mit direktem Patientenkontakt in Kliniken oder Pflegeheimen, heißt es. Konkreter Anlass können der DGUV zufolge etwa Handgreiflichkeiten mit verwirrten oder aufgebrachten Patienten sein, die beispielsweise an einer Demenzerkrankung leiden.

In den meisten Fällen kommt es laut Statistik dabei zu Prellungen, Verstauchungen oder oberflächlichen Hautverletzungen (65 Prozent). Seltener werden psychische Verletzung als schwerste Beeinträchtigung (18 Prozent) diagnostiziert.

Tendenziell nahm die Anzahl der gemeldeten Gewaltunfälle 2016 nicht weiter zu. Aber: Über einen Zeitraum von fünf Jahren gesehen, habe die Gesamtanzahl der Ereignisse um 22 Prozent zugelegt (2012: 8534 gemeldete Fälle).

"Es ist schwer zu sagen, ob hinter diesen Zahlen auch eine entsprechende Zunahme des Risikos von Gewalt oder Bedrohung steht", so Dr. Joachim Breuer, DGUV-Hauptgeschäftsführer. Mitarbeiter seien heute auch stärker sensibilisiert und meldeten Fälle früher.

Weitere Statistiken unter tinyurl.com/y7pvteo5

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