Ärzte Zeitung, 22.04.2016

Kommentar zu Gesundheits-Apps und Co.

Konkurrenz für Ärzte?

Von Hauke Gerlof

Wenn kluge Menschen derzeit über Industrie 4.0 oder Gesundheit 4.0 sprechen, dann macht derzeit ein englischer Begriff Karriere: disruption oder halbdeutsch disruptive Technik.

Gemeint ist damit eine "Innovation, die eine bestehende Technologie, Produkt oder Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt", wie es bei Wikipedia heißt. Als Beispiel werden oft Schallplatten und CD angeführt, die immer häufiger durch Streaming-Dienste ersetzt werden.

Angesichts innovativer Apps für Ärzte und Patienten, angesichts neuer Möglichkeiten in der Fernbehandlung, aber auch angesichts der rasanten Fortschritte beim Einsatz künstlicher Intelligenz wie "Watson" in der medizinischen Therapie stellt sich mittlerweile auch die Frage, in welchem Ausmaß diese Innovationen auch ärztliche Dienstleistungen verdrängen könnten.

Die Antwort, aufs Ganze gesehen, fällt noch beruhigend aus: Die ärztliche Expertise ist auf absehbare Zeit nicht ersetzbar. Doch in einzelnen Bereichen können durchaus neue Geschäftsmodelle entstehen - für Ärzte oder auch in Konkurrenz zu ihnen.

Bedrohlich für niedergelassene Ärzte ist das nicht. Aber auch in Praxen lohnt es sich, die Augen offen zu halten, um neue Technik zu nutzen oder darauf zu reagieren.

Lesen Sie dazu auch:
Gesundheits-Apps: Anbieter setzen stärker auf Seriosität

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »