Branchenanalyse

Deutschland als Vorreiter bei E-Health?

Mit Projekten wie der Video-Sprechstunde mausert sich Deutschland zum Digitalisierungsvorbild, so eine Branchenanalyse der Deutschen Bank.

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FRANKFURT/MAIN. Bei der Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft entwickelt sich Deutschland zum internationalen Vorreiter. So lautet das Fazit einer aktuellen Branchenanalyse der Deutschen Bank. Videosprechstunde, elektronische Gesundheitskarte und Telemedizin: Die Weichen für eine digitale Gesundheitsversorgung seien zwar spät gestellt worden – aber dafür umso entschiedener, heißt es in der Studie von Deutsche Bank (DB) Research.

Gerade für Ärzte sei die Entwicklung vorteilhaft: "Mediziner können sich dank digitaler Kanäle besser untereinander Austauschen und Vorteile in der Therapie schaffen", betont Branchenanalyst Dr. Josef Auer von DB Research im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

"Ärzte müssen die digitalen Werkzeuge nicht als Konkurrenz betrachten, sondern eher als Bereicherung für die Versorgung", sagt Auer. Ein Beispiel für das Potenzial sei etwa die seit April über EBM abrechenbare Videosprechstunde.

Insgesamt ermögliche der Einstieg in das neue Geschäft mit Videosprechstunden innovationsfreudigen Praxen viele Entfaltungsmöglichkeiten, schreiben die Analysten. Immobile Patienten ließen sich damit beispielsweise einfacher behandeln, etwa dann, wenn sie kurz nach einem operativen Eingriff nicht in die Praxis kommen können. In der Analyse werden allerdings auch aktuelle Herausforderungen in der Digitalisierung benannt.

"Auf dem Markt befinden sich insgesamt mehr als 100.000 Gesundheits-Apps unterschiedlicher Qualität", erklärt Auer. Hier brauche es in Zukunft eine flächendeckende App-Zertifizierung von unabhängiger Seite. Sonst sei die Gefahr durch Fehlinformation der Patienten zu groß. (mh)

Komplette Analyse zum Download: tinyurl.com/wfh5uxt

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