Ärzte Zeitung online, 08.05.2014

Telematik

Kontroverse um die E-Card zur conhIT

Gegner der Gesundheitskarte haben im Umfeld der conhIT zum Boykott aufgerufen. Beteiligte Unternehmen fordern dagegen die nächsten Schritte für die Telematikinfrastruktur.

BERLIN. Freie Ärzteschaft gegen Industrie - wenn es um die Gesundheitskarte geht, ist diese Konfrontation fast schon zur Gewohnheit geworden: Während bei der conhIT bereits über die Zeit nach den Tests zum Online-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte diskutiert worden ist, haben die Gegner der neuen Karte die Ärzte in den Pilotregionen dazu aufgerufen, die Tests zu boykottieren.

"Trotz Risiken und Nebenwirkungen" laufe das Großprojekt Gesundheitskarte weiter, heißt es in einer Mitteilung der Freien Ärzteschaft (FÄ). Die FÄ fordert "alle Ärzte" auf, das eGK-Projekt nicht zu unterstützen.

"Die Praxen sind keine Außenstellen der Kassen", betont FÄ-Vorstandsvorsitzender Wieland Dietrich. Der NSA-Skandal habe zudem gezeigt, dass sensible Daten im Netz nicht zu schützen seien.

Die FÄ kritisiert die Online-Aktualisierung als überdimensioniert: Nur bei jeder 50. Überprüfung müssten Daten aktualisiert werden, dafür werde jede Karte in jeder Praxis überprüft.

Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) ist sich laut Mitteilung dagegen sicher, dass "nach dem Abschluss der Testphase zur Erprobung der Telematikinfrastruktur das bundesdeutsche Gesundheitswesen der einheitlichen IT-Infrastruktur einen großen Schritt näher gekommen ist".

Es sei "höchste Zeit", Daten technisch hoch gesichert auszutauschen, so bvitg-Geschäftsführer Ekkehard Mittelstaedt. Es müsse vermieden werden, mehrere Infrastrukturen nebeneinander aufzubauen, die nicht verschmolzen werden könnten.

"Bereits existierende Netze müssen in die IT-Infrastruktur migriert werden", fordert Mittelstaedt. IT-Lösungen könnten dann "einen wesentlichen Beitrag für eine bessere Gesundheitsversorgung leisten, indem sie die Produktivität und die Qualität der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen erhöhen, Prozesse optimieren und dabei helfen, Ressourcen besser zu nutzen", so die Vorstellungen des Verbandes. (ger)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »