Ärzte Zeitung, 27.04.2016

E-Health

"Nicht mehr Zeit verstreichen lassen!"

Wird es gelingen, in Sachen E-Health rechtliche Bestimmungen und technische Voraussetzungen zu vereinen? Das diskutierte die CDU/CSU.

BERLIN. Die Skepsis vor der Einführung der Telematikinfrastruktur reicht bis in die Unionsspitze. Der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder sagte bei einer Veranstaltung der CDU/CSU im Bundestag zum Thema E-Health, er glaube noch nicht daran, dass es gelingen könne, technische Hürden bei E-Health zu überwinden - und gleichzeitig die hohen Ansprüche an den Datenschutz aufrecht zu erhalten.

"Ich hoffe, dass es besser gelingt als die fast unendliche Geschichte der Gesundheitskarte", so Kauder. "Ich bin allerdings noch nicht davon überzeugt."

Gesundheitsminister Hermann Gröhe verteidigte die elektronische Gesundheitskarte, deren Startschwierigkeiten mit Sanktionen überwunden werden sollen, und hob noch einmal den konkreten Patientennutzen hervor. Generell, so Gröhe, werde in Deutschland zu viel auf Risiken geschaut.

Die Umsetzung des E-Health-Gesetzes biete die Chance, hohe Maßstäbe beim Datenschutz anzusetzen, von denen auch andere Länder profitieren könnten: "Wir haben hier die Chance, Vorreiter zu sein", sagte Gröhe.

Professor Heyo Kroemer von der Universitätsmedizin Göttingen warnte davor, weitere Jahre vergehen zu lassen, bis in einem nächsten Schritt die elektronische Patientenakte verpflichtend komme.

Laut Gesetz ist die Gesellschaft für Telematik bis Ende 2018 lediglich verpflichtet, die Voraussetzungen zu schaffen. Kroemer schlug die zeitnahe verbindliche Einführung der E-Patientenakte in Kliniken vor: "Das kann einen digitalen Dominoeffekt auslösen." (aze)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Bei der Gründung eines Ärztezentrums kann es zugehen wie bei "Dallas"

Neid und Missgunst haben schon manche Versuche torpediert, in der Provinz ein Ärztezentrum zu etablieren. Ärzte in Schleswig-Holstein berichten, wie man verhindert, dass Kirchturmdenken siegt. mehr »

Macht Kaffee impotent?

Kaffee werden günstige Effekte auf die Gesundheit nachgesagt. Eine Studie hat untersucht, was das belebende Getränk für Männer – und besonders deren Potenz – bedeutet. mehr »