Ärzte Zeitung, 16.07.2008
 

KOMMENTAR

Gesunde Arbeit braucht auch Ärzte

Von Matthias Wallenfels

Fernab esoterischer Anwandlungen mit der Rückbesinnung auf das geflügelte Wort "Mens sana in corpore sanum" erfährt die menschliche Gesundheit und deren Erhaltung am Arbeitsplatz immer mehr Beachtung in Deutschland.

Nicht nur Großunternehmen fahren mit mächtigen Präventionsprogrammen auf, um die betriebswirtschaftlichen Folgekosten kranker Mitarbeiter, die summa summarum in die Milliarden Euro gehen, möglichst gering zu halten. Auch immer mehr kleinere und mittlere Betriebe wollen verstärkt den ausfallbedingten Kosten an den Kragen gehen und entdecken den Sinn von Vorsorgeangeboten für ihre Beschäftigten.

Da vor allem Firmen mit nur wenigen bis zu einigen hundert Beschäftigten keine eigenen betriebsärztlichen Abteilungen vorhalten (können), bietet sich hier eine Option für niedergelassene Ärzte, betriebsmedizinisch tätig zu werden. Das Spektrum reicht von Check-ups bei den Mitarbeitern bis zur Raucherentwöhnung, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Hausärzte können getrost die Steilvorlage des gesteigerten öffentlichen Präventionsbewusstseins nutzen und von sich aus auf Betriebe vor Ort zugehen. Die Option, Vorsorgeangebote jenseits gedeckelter GKV-Budgets zu offerieren, wird von Praxischefs noch viel zu selten wahrgenommen. Dabei können durch zufriedene Auftraggeber und Mitarbeiter auch neue Patienten für die eigene Praxis gewonnen werden - zum Beispiel für IGeL.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Inhalatives Steroid bei Kindern – Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte bei asthmakranken Kindern kein Grund gegen die Kortisoninhalation sein. Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben. mehr »

Ibuprofen plus Paracetamol so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Schmerzen in den Gliedmaßen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. mehr »

Steigender Drogenkonsum bereitet Sorgen

Der Cannabiskonsum wird unter Jugendlichen langsam aber stetig populärer. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert einen massiven Ausbau der Präventionsangebote. mehr »