Ärzte Zeitung, 09.05.2011

Anlagen-Kolumne

Krisen befeuern den Wert von Aktien und Immobilien

Viele Anleger fürchten nach der Wirtschaftskrise um den Wert des Geldes. Als Strategie empfiehlt sich deshalb, jetzt auf Aktien zu setzen.

Von Gottfried Urban

Krisen befeuern den Wert von Aktien und Immobilien

Was wir gegenwärtig an den Märkten erleben, steht unter dem Oberbegriff "Vermögenspreisinflation". Den Grad der momentanen Geldentwertung erkennt man nicht nur am Konsumentenpreisindex, sondern gerade auch an der Preisentwicklung des Realvermögens.

Weil die Anleger das Vertrauen in Geld verlieren und sich die Zinsen auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen, steigen Aktien und Immobilien, aber auch Antiquitäten oder Oldtimer im Wert.

Möglicherweise stehen wir aber erst am Beginn einer Flucht in das "Realvermögen". Indizien dafür: Seit einiger Zeit steigen hierzulande die Preise für Wohnimmobilien, Gold und Unternehmensanteile, sprich Aktien.

Immobilien haben den Nachteil nicht fungibel zu sein. Sie sind nicht so leicht austauschbar wie andere Anlageklassen. Zudem ist es denkbar, dass der heutige Wohnstandard den Anforderungen der Menschen in 20 Jahren nicht mehr genügt.

Gegen die Immobilie als Wertanlage spricht überdies der demografische Wandel: Spätestens ab 2020 wird es im deutschen Immobilienbereich verstärkt Leerstände geben. Aktienvermögen hingegen erhalten in Phasen der Geldentwertung ihren Wert. Schließlich repräsentiert die Aktie auch nach einem monetären Kollaps den gleichen prozentualen Anteil an einem Unternehmen wie zuvor.

Der Hintergrund: Unternehmen müssen nach Krisen durch ihre Aktivitäten einen Neuanfang in Gang bringen und den gesellschaftlichen Wohlstand ankurbeln. Aus diesem Grund ist es auch politisch gewollt, Firmen in Krisenzeiten zu schützen und Schaden von ihnen abzuwenden.

Die Konsequenz ist eine anschließende Aktienmarkthausse. Durch die Krisen der Banken und der überschuldeten Staaten sowie nach Katastrophen wie in Japan wird diese Entwicklung zusätzlich befeuert, weil dadurch Geld weiter billig gehalten und viel zusätzliches Geld geschöpft wird.

Der Anfang ist also gemacht: Schwindet das Vertrauen in Staatsanleihen weiter, wird die staatliche Mittelaufnahme immer schwieriger. Letztlich werden die Notenbanken gezwungen sein, die staatlichen Papiere mit zusätzlich gedrucktem Geld zu erwerben.

Mit jeder zusätzlichen Krise steigt somit das Potenzial an den Aktienmärkten. Anleger sollten daraus die richtigen Schlüsse ziehen, ihre Ersparnisse von Geld- auf Realvermögen umschichten und nur kurz- und mittelfristig notwendige Gelder in Zinsanlagen parken.

Der Aktienanteil im Portfolio sollte gerade bei kurzfristigen Kursrückgängen, die momentan zu beobachten sind, ausgebaut werden!

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »