Ärzte Zeitung, 17.10.2011

Anlagen-Kolumne

Neu-Investitionen? Die sollten in Sachwerte fließen

Der abschwächenden Konjunktur werden Staaten nur mit dem Drucken von Geld begegnen können. Für Anleger erhöht sich dadurch die Attraktivität von Sachwerten.

Von Jens Ehrhardt

Neu-Investitionen? Die sollten in Sachwerte fließen

Nachdem die Markttechnik für den Aktienmarkt vor drei Wochen konstruktive Signale in einem unübersichtlichen Umfeld lieferte, konnte sich der DAX von rund 5000 Punkten auf etwa 6000 Punkte verbessern.

Auch die starken Verkaufssignale für das Gold, die Ende August in den Stimmungsindikatoren zum Ausdruck kamen, haben sich umgehend im Preis des gelben Metalls niedergeschlagen. Von 1.900 US-Dollar (ca. 1.380 Euro) auf unter 1.600 US-Dollar fiel der Preis pro Unze innerhalb weniger Tage.

Aktuell, etwas mehr als einen Monat später, hat sich das Stimmungsbild für das Gold entsprechend gedreht. Selten waren die Erwartungen an die weitere Entwicklung des Goldpreises in Umfragen so skeptisch.

Für den antizyklischen Investor bietet dies, wie beim Aktienmarkt vor drei Wochen, große Chancen, denn an den grundsätzlichen Rahmenbedingungen, die für den Sachwert Gold sprechen, hat sich nichts geändert.

In einer Welt mit überbordenden Schulden, in der die Politik verzweifelt nach Lösungen ringt und die Probleme in der Regel nur verschiebt und damit vergrößert, ist ein Ende des Goldaufschwungs schwer vorstellbar.

Dem staatlichen Schuldenproblem und der sich abschwächenden Konjunktur wird man schlussendlich nur über "Geld drucken", höhere Inflation und auf Dauer negative Realzinsen begegnen können. Damit hat sich die USA bereits schon einmal erfolgreich entschuldet.

Auch wenn es in Europa etwas komplizierter ist Geld zu drucken als etwa in den USA, wird es dennoch darauf hinauslaufen, dass der Wert des Papiergeldes Schritt für Schritt untergraben wird. Nicht zuletzt auch durch die Euro-Haftungs-und Transferunion, die sich offensichtlich unaufhaltsam etabliert.

Mit den Maßnahmen von EFSF und bald ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) werden Grundlagen geschaffen, die in letzter Konsequenz die Geberländer wie Deutschland teuer zu stehen kommen werden und auch deren Bonität in Frage stellen werden.

Was heißt das für die Anlagen? Mit ausufernden Geldmengen und negativem Realzins erhöht sich die Attraktivität von Sachwerten wie Immobilien, Gold und Aktien. In Deutschland ist in ausgewählten Metropolen wie München inzwischen bereits ein kleiner Immobilienboom zu beobachten.

Von einer Blase kann aber noch nicht gesprochen werden und schon gar nicht in Bezug auf Deutschland als Ganzes. Gold hat als ultimative Währung weiterhin gute Perspektiven und bietet derzeit günstige Einstiegsmöglichkeiten.

Aktien haben sich nach dem Ausverkauf im dritten Quartal etwas erholt, erscheinen aber dennoch günstig. Mit Dividendenrenditen von nicht selten 4-5 Prozent lässt sich das Ziel des Kapitalerhalts mit ausgewählten Qualitätsaktien erreichen.

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