Ärzte Zeitung, 06.02.2012

Inflation frisst Plus der Reallöhne auf

WIESBADEN (dpa). Der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise hat zum Jahresende 2011 ein Loch in die Geldbeutel der Arbeitnehmer gerissen. Erstmals seit Ende 2009 sanken im Schlussquartal 2011 die Reallöhne in Deutschland im Jahresvergleich wieder, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete.

Demnach lagen die Nominallöhne von Oktober bis Dezember voraussichtlich um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Da die Verbraucherpreise gleichzeitig um 2,3 Prozent anzogen, ergab sich real ein Lohn-Minus von 0,2 Prozent.

Im Gesamtjahr stiegen die Reallöhne der Vollzeitbeschäftigen im Vergleich zum Vorjahr nach den ersten Berechnungen der Statistiker um durchschnittlich 1,0 Prozent. 2010 waren sie um 1,5 Prozent gestiegen, 2009 um 0,4 Prozent gesunken.

Löhne über Wert von 2010

Nominal lagen die Löhne im vergangenen Jahr nach den vorläufigen Daten um 3,3 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 2,3 Prozent.

In der ersten Jahreshälfte 2011 waren die Nominallöhne vor allem durch den Abbau der Kurzarbeit und durch höhere Tarifabschlüsse sowie Sonderzahlungen stark gestiegen. Deshalb lag das Plus in den ersten beiden Quartalen 2011 jeweils über der Vier-Prozent-Marke und somit deutlich über der Inflation, berichteten die Statistiker.

In der zweiten Jahreshälfte 2011 schwächte sich das Wachstum der Nominallöhne jedoch deutlich ab. Von Juli bis September übertraf das Plus in Höhe von 3,0 Prozent die Inflationsrate (plus 2,5 Prozent) aber noch einmal.

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