Ärzte Zeitung, 17.04.2012

apoBank macht sich hübsch

Raus aus der Krise, hinein ins Wachstum: Die apoBank umwirbt jetzt Studenten und Angestellte. Auch mit dem Immobiliengeschäft wird wieder geliebäugelt. Für das vergangene Jahr soll es Dividende geben.

apoBank forciert Modernisierungskurs

apoBank-Zentrale in Düsseldorf: Hier wird an neuen Strategien für die Zukunft gearbeitet.

© apoBank

DÜSSELDORF (kab). Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) will mehr Kunden außerhalb ihrer bisherigen Kernzielgruppe, den selbstständigen Heilberuflern, gewinnen.

"Wir werden noch stärker als bisher die Studenten der Heilberufe als Kunden werben und unsere Anstrengungen bei den Angestellten intensivieren", sagte der Sprecher des Vorstandes Herbert Pfennig am Dienstag bei der Vorlage der Jahresbilanz in Düsseldorf.

"Bis 2020 soll jeder dritte Student der Heilberufe Kunde der apoBank sein", erklärte er. Bei den angestellten Heilberuflern ziele man ebenfalls auf einen Markanteil von 30 Prozent.

Für jede Zielgruppe, vom Studenten bis zum Existenzgründer oder Ruheständler, werde es spezielle Beraterteams geben.

Von den bisher für die Bank aktiven Vermittlern wie MLP, die auch an den Unis neue Kunden gewinnen, wolle man sich aber nicht lösen, betonte Pfennig. "Wir wollen zusätzliches Wachstum erzeugen."

Umbau möglichst ohne Kündigungen

Dazu gehört der Aufbau eines Private-Banking-Bereichs für besonders vermögende Kunden. Bislang sei der Anteil am Kreditgeschäft bei Heilberuflern deutlich höher als bei deren Vermögensverwaltung.

"Wir haben das nicht übermäßig gepflegt und damit auf einen wesentlichen Teil des Marktes verzichtet", erklärte Pfennig.

Die Umstrukturierungen sind Teil des Programms "vorWERTs", mit dem die genossenschaftliche Standesbank bis Ende 2012 eine deutliche Modernisierung erreichen will.

Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Branche: Genossenschaftlich organisierte Standesbank für Heilberufe (Apotheker, Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte).

Sitz: Düsseldorf

Aktuelle Geschäftszahlen: Jahresüberschuss 43,1 Mio. Euro (2010: 53,4 Mio Euro), Kernkapitalquote 8,5 % (7,2 %), Risikokosten 118,7 Mio. Euro (201,6 Mio. Euro)

Mitarbeiter: 2500 (2419)

Dividendenvorschlag: 4 Prozent

"Wir wollen Wachstum generieren und gleichzeitig unsere Kosten nachhaltig senken", so der Vorstandssprecher. Dabei könne es auch zu einem vorübergehenden Personalabbau kommen.

Details nennt Pfennig nicht, da die Verhandlungen mit dem Betriebsrat noch laufen. Es soll möglichst keine Kündigungen geben. Dazu soll ein Qualifizierungsprogramm für die Mitarbeiter kommen.

Derzeit beschäftigt die apoBank rund 2500 Mitarbeiter, davon 1200 in der Zentrale in Düsseldorf und 1300 in den Filialen.

Die apoBank hat knapp 100.000 genossenschaftliche Mitglieder. Nachdem das Institut im Zuge der Finanzkrise für 2009 erstmals keine Dividende gezahlt hatte, gab es eine Reihe von Kündigungen.

Viele Kündigungen seien aber zurückgenommen worden, sagte Pfennig. Unterm Strich gewann die apoBank 2011 fast 2500 neue Mitglieder und sogar mehr als 12.000 neue Kunden.

Positive Aussicht für dieses Jahr

Im Zuge der sogenannten Licon/Medicon-Krise hatte die apoBank das Geschäft mit der Vermittlung von Immobilien zur Kapitalanlage eingestellt. Möglicherweise schon 2013 will sie hier aber wieder aktiv werden. "Unsere Kunden sind sehr immobilienaffin", erläuterte Pfennig.

Für das Jahr 2011 will die apoBank ihren Mitgliedern eine Dividende von vier Prozent zahlen. "Wir haben einen Gewinn erwirtschaftet und werden unseren Eigentümern die versprochene Dividende zahlen", sagte Pfennig.

"Es ist uns im letzten Jahr gelungen, unsere Bank ökonomisch zu stabilisieren.". Die Standesbank erwirtschaftete einen Gewinn von 43,1 Millionen Euro, nach 53,4 Millionen Euro im Jahr 2010.

Gründe für den Rückgang waren höhere Kosten, vor allem für ein neues IT-System, sowie niedrigere Erträge aus Zinsen und Provisionen. Die Kosten für die Risikovorsorge wurden nochmals deutlich gesenkt, die Kernkapitalquote stieg auf 8,5 Prozent.

Die apoBank gewährte Heilberuflern 2011 die Rekordsumme von 4,2 Milliarden Euro an neuen Krediten. Das gesamte Kreditportfolio liegt bei rund 27 Milliarden Euro.

Auch für 2012 stellte Pfennig eine "angemessene Dividende" in Aussicht, obwohl das operative Ergebnis wohl weiter zurück gehen werde.

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