Ärzte Zeitung, 23.06.2012

Anlagen-Kolumne

Bei Aktieninvestitionen kommt es auf die Ausdauer an

Die Geldanlage in Wertpapiere ist zurzeit nicht sonderlich beliebt. Dabei liegen viele Aktienmarktkennzahlen wegen der Eurokrise gerade jetzt auf attraktivem Niveau.

Von Gottfried Urban

Bei Aktieninvestitionen kommt es auf die Ausdauer an

Bei Alternativen für die Geldanlage lieben die Deutschen derzeit Fremdwährungsanlagen, Gold, Lebensversicherungen und Immobilien. Aktien oder Aktienfonds bleiben extrem unbeliebt.

Die Entscheidung, in eine Einzelimmobilie oder eine Lebensversicherung zu investieren, wird als Generationsinvestment gesehen, und niemand kommt auf die Idee, ohne Not die Immobilie oder die Lebensversicherung zu Tiefstpreisen zu verkaufen oder unter Kapitalverlust vorzeitig zu kündigen.

Aktieninvestments werden hingegen nahezu täglich neu hinterfragt. Das ist nicht notwendig, wenn die Bewertungen der Unternehmen im historischen Vergleich günstig sind. Wer jetzt keine europäischen Aktien hat, wird dies längerfristig bereuen.

Viele Aktienmarktkennzahlen liegen wegen der Eurokrise mittlerweile auf sehr attraktivem Niveau. In allen Industrieländern haben Konzerne bewiesen, dass sie auf Dauer besser wirtschaften als die Regierungen ihrer jeweiligen Heimatstaaten.

Dividendenaktien bringen zudem - anders als Gold - regelmäßige Erträge. Im Gegensatz zu Immobilien ist der Handel sehr liquide und hat geringe Nebenkosten.

Kein Interesse an Firmenbilanzen?

Es gibt viele global aufgestellte Unternehmen, die wie Exxon seit 125 Jahren jährliche Dividendenrenditen von drei und mehr Prozent bezahlen. Selbst hinter dem solidesten Sparbuch oder einer Bundesanleihe stehen keine Sachwerte, sondern nur Zahlungsversprechen der Schuldner.

Aktieneigentum bedeutet dagegen Mitbesitz an Unternehmen, Maschinen, Immobilien, Marken und Patenten. Es ist unter Anlagegesichtspunkten unsinnig, nicht Unternehmen einen Teil seines Geldes anzuvertrauen, sondern Staaten, die ihre Schulden in guten wie in schlechten Jahren immer weiter erhöhen - und am Ende nicht zurückzahlen können.

Wer sich in Aktienunternehmen einkaufen will, aber keine Firmenbilanzen lesen möchte, nimmt am besten einen oder mehrere breit streuende Aktienfonds. Gut geeignet für Einsteiger sind weltweit anlegende Aktienfonds.

Auf die Strategie und die nachhaltige Qualität ist dabei allerdings zu achten. Themen- oder Sektorenfonds fallen hier eher durch.

Die Anlagebeträge sind zudem auf mehrere Fonds zu verteilen. Größere Anlagesummen sollten flankierend auf verschiedene Kauftermine verteilt werden. Kursschwankungen nutzen Anleger mit monatlich festen Sparraten, die in gute Aktienfonds fließen.

Die Basis für ein erfolgreiches Agieren am Aktienmarkt liegt in der Ausdauer, in erfolgreiche Strategien über Jahre investiert zu bleiben.

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