Ärzte Zeitung, 24.06.2015

Steuer

Boni von der GKV mindern Abzug nicht

Bonuszahlungen einer gesetzlichen Kasse kann das Finanzamt nicht mit dem Steuerabzug für Kassenbeiträge verrechnen.

NEUSTADT/WEINSTRAßE. Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung können auch dann voll als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden, wenn der Versicherte Leistungen aus Bonusprogrammen seiner Kasse erhalten hat.

Die gezahlten Gelder werden nicht auf die Beiträge angerechnet, wie jetzt das Finanzgericht Rheinland-Pfalz in Neustadt an der Weinstraße entschied.

Wie üblich hatte der Kläger seine Beiträge zur Kranken- und Pflegekassen in Höhe von 2663 Euro für 2012 in seiner Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht. Das Finanzamt kürzte dies um 150 Euro. So viel habe ihm die Krankenkasse im Rahmen eines Bonusprogramms zurückgezahlt.

Die steuerliche Anrechnung solcher Bonuszahlungen auf die Kassenbeiträge scheidet aber aus, weil es sich nicht um "gleichartige" Zahlungen handelt, urteilte nun das Finanzgericht. Die Bonuszahlungen stünden in keinem direkten Zusammenhang mit dem gesetzlichen oder einem gleichwertigen privaten Versicherungsschutz.

Die Beiträge zur Krankenversicherung und der so erworbene Versicherungsschutz seien von der Teilnahme an einem Bonusprogramm unabhängig. Die Bonuszahlungen seien daher nicht als Rückerstattung von Kassenbeiträgen zu sehen.

Laut FG ist dieses Urteil bundesweit das erste zu diesem Thema. Wegen grundsätzlicher Bedeutung ließ es daher die Revision zum Bundesfinanzhof zu. (mwo)

Finanzgericht Rheinland-Pfalz Az.: 3 K 1387/14

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »