Ärzte Zeitung, 16.10.2015

Künstliche Befruchtung

Kosten zählen bei der Steuer nicht

 MÜNSTER.Die Kosten für eine künstliche Befruchtung einer unfruchtbaren Frau, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt, können nicht als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden. Das hat das Finanzgericht Münster in einem nun veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: 6 K 93/13 E).

Die Unfruchtbarkeit der Klägerin stelle zwar eine Krankheit dar, allerdings sei die Kinderlosigkeit der Klägerin nicht ausschließlich Folge ihrer Unfruchtbarkeit gewesen, so das Gericht. Vielmehr sei auch aufgrund ihrer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft die Zeugung eines Kindes auf natürlichem Wege ausgeschlossen gewesen.

Einer solchen Kinderlosigkeit komme kein Krankheitswert zu. Dieses Ergebnis verstößt laut dem Finanzgericht nicht gegen den Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz. Die Ungleichbehandlung der Klägerin im Verhältnis zu verschiedengeschlechtlichen Paaren sei vielmehr aufgrund der unterschiedlichen biologischen Ausgangslage gerechtfertigt, heißt es. (reh)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum heutigen Welt-Diabetestag zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »