Ärzte Zeitung, 06.02.2017
 

Anlagen

Die ganze Börsenwelt in nur zwei Indexfonds

Gute Rendite bei mäßigem Wagnis durch breite Streuung, das bieten Indexfonds. Mit geschickter Auswahl können Anleger ihr Risiko über die ganze Welt streuen.

Von Richard Haimann

Die ganze Börsenwelt in nur zwei Indexfonds

Die Wirtschaftsentwicklung fast des ganzen Globus geballt nachbilden – das leisten Indexfonds.

© studiocasper / Getty Images / iStock

NEU-ISENBURG. Der neue Mann im Weißen Haus lässt die Börsen Achterbahn fahren. Mit seiner protektionistischen Politik und Dekreten, die den Import von Gütern und die Einreise von Millionen Menschen in die USA blockieren sollen, verunsichert US-Präsident Donald Trump Profiinvestoren und Privatanleger. An den Aktienmärkten könnte nach der ersten Euphorie in den Monaten nach der US-Wahl nun "eine nüchterne Betrachtung des Phänomens Trump" beginnen, sagt Folker Hellmeyer, Chefökonom der Bremer Landesbank

Gleichzeitig ist die Inflation in Deutschland zurückgekehrt. Nach vorläufiger Schätzung des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise im Januar 1,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. "Damit wurde der höchste Preisanstieg seit Sommer 2013 markiert", sagt Hellmeyer. Der Grund dafür sind vor allem die gestiegenen Öl-, Heizkosten- und Kraftstoffpreise. Um sich der Geldentwertung durch die Teuerung zu entziehen, müssen Anleger mit ihren Ersparnissen nun mindestens eine Rendite von zwei Prozent erzielen.

Das ist derzeit weder mit Festgeldanlagen, noch mit Investments in Bundesanleihen möglich. Erstere rentieren, je nach Bank und Laufzeit, zwischen 0,3 und 1,6 Prozent. Letztere bei zehnjähriger Laufzeit bei rund 0,5 Prozent. Gleichzeitig lasten auf den Aktienmärkten Europas und der USA die Unsicherheiten über die weitere Wirtschaftspolitik der neuen Regierung in Washington und den Folgen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU.

Streuung verspricht Sicherheit

Doch Anleger müssen sich weder mit Minizinsen auf Festgeldanlagen zufrieden geben, noch sich den hohen Risiken regionaler Aktienmärkte aussetzen. Stattdessen können sie über den Weltaktienindex MSCI World in Aktien der 1637 größten Unternehmen in den 23 Industriestaaten der Erde investieren.

Investments in "breit gestreute Indizes haben den Vorteil, dass Schwankungen besser ausgeglichen werden", sagt Sara Zinnecker, Expertin für Geldanlagen beim gemeinnützigen Verbraucherportal Finanztip. "Das Risiko, Verluste zu erleiden, konzentriert sich nicht auf einen Markt, sondern wird auf viele Schultern verteilt."

Das schlägt sich langfristig in hohen Renditen nieder, wie eine neue Studie von Finanztip ergab, die die Entwicklung des Weltindex seit 1975 untersucht hat. "Wer seither irgendwann für beliebige 15 Jahre in den MSCI World investiert hat, erzielte im Schnitt eine jährliche Rendite von 7,7 Prozent", sagt Zinnecker.

Zudem sind die Gebühren bei Investments in den MSCI World sehr niedrig. Allein an der Frankfurter Börse sind derzeit zwölf börsennotierte Indexfonds, im Branchenjargon Exchange Traded Funds, kurz ETF, genannt, gelistet. Weil diese ETFs nur an der Börse gehandelt werden und passiv den Index nachbilden, fallen keine Ausgabeaufschläge und nur minimale Verwaltungskosten an. Günstigster ETF ist derzeit der MSCI World Ucits der britischen Bank HSBC mit laufenden Kosten von nur 0,15 Prozent (ISIN DE 000A1C9KL8).

Emerging Markets nicht vergessen

Allerdings machen sich Anleger bei einem Investment in den MSCI World nicht frei von den derzeitigen Risiken an den Börsen Europas und der USA. Denn Unternehmen aus diesen beiden Regionen bilden den Großteil der im Index vertretenen Konzerne. Der Anteil der US-Gesellschaften im Index beträgt sogar stattliche 60,1 Prozent. Um ihr Kapital stärker zu streuen und die Risiken weiter zu minimieren, können Anleger deshalb einen Teil ihres Geldes in einen ETF auf den MSCI World Emerging Markets investieren.

Dieser Index bildet die Kursentwicklung der Aktien von 832 Unternehmen aus 23 aufstrebenden Wirtschaftsnationen ab – von Brasilien, über China und Indien bis Südafrika. Seit Ende 2001 hat der Emerging-Market-Index eine Gesamtrendite von 390 Prozent eingefahren – und damit den Standard-MSCI-World-Index deutlich geschlagen. Der kam seither nur auf eine Performance von 234 Prozent.

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