Ärzte Zeitung, 11.07.2019

Ab 2023

Neue medizinische Hochschule in Cottbus

Auf die Forderung nach mehr Medizinstudienplätzen reagiert Brandenburg mit dem Aufbau einer neuen Fakultät. Bereits in vier Jahren soll die Hochschulmedizin in Cottbus erste Studenten aufnehmen.

Von Angela Misslbeck

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Neue Studienplätze für angehende Mediziner? Die ersten 100 Studierenden sollen bereits 2023 in Cottbus starten können.

© Joker / dpa

COTTBUS. Bis 2029 soll in Cottbus eine staatliche Hochschulmedizin entstehen. Aber schon im Herbst 2023 sollen die ersten Medizinstudenten ihr Studium in der Lausitz beginnen können. So sehen es die Eckpunkte des brandenburgischen Forschungsministeriums vor. Das Carl-Thiem-Klinikum (CTK) Cottbus soll dabei zum Uniklinikum ausgebaut werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begrüßt den Aufbau einer neuen medizinischen Hochschule. "Wir befinden uns ja aktuell in einer verrückten Situation. Auf der einen Seite gibt es so viele Ärzte wie noch nie, auf der anderen Seite reicht diese Zahl mit Blick auf die demografische Entwicklung immer noch nicht aus", sagte der CDU-Politiker kürzlich bei einem Besuch der medizinischen Privatuni "Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane" (MHB) in Neuruppin. "Als Bundesgesundheitsminister bin ich grundsätzlich froh über jeden Studienplatz, der geschaffen wird. Für mich gilt: je mehr, umso besser."

Modellregion Gesundheit geplant

Gleichzeitig sollten laut Spahn bei der Schaffung neuer Studienplätze bestehende Strukturen genutzt werden. Auch seien Konzepte wichtig, die dafür sorgen, dass Ärzte schon während ihres Studiums in die Fläche gehen, so Spahn weiter. Der Aufbau der staatlichen Hochschulmedizin in Cottbus soll im Rahmen der "Modellregion Gesundheit Lausitz" erfolgen.

Das brandenburgische Forschungsministerium plant, dass dafür bis Ende 2020 ein Konzept einschließlich eines Teilkonzepts zum Aufbau der Unimedizin in Cottbus fertiggestellt wird. Das Teilkonzept soll Anfang 2021 dem Wissenschaftsrat zur Begutachtung vorgelegt werden. "Parallel dazu werden die weiteren Grundlagen für den Start der Universitätsmedizin vorbereitet", kündigte das brandenburger Forschungsministerium an.

Die Hochschulmedizin in Cottbus soll dabei mithilfe des geplanten "Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen" des Bundes eingerichtet werden. Zur "Modellregion Gesundheit Lausitz" gehört auch der Aufbau des dezentralen Gesundheitscampus Brandenburg. Daran sollen das CTK, die MHB und die TU Cottbus-Senftenberg beteiligt sein sowie weitere Partner.

Dafür übergab Forschungsministerin Martina Münch (SPD) jüngst einen Förderbescheid über 450.000 Euro. Mit den Mitteln soll das CTK zu einem digitalen Leitkrankenhaus und zum Forschungsklinikum des Gesundheitscampus Brandenburg entwickelt werden.

Digitale Versorgung im Fokus

Forschungsministerin Münch will damit "die Forschung zur Digitalisierung des Gesundheitswesens zukunftsfähig aufstellen". Auch soll laut der SPD-Politikerin damit die "digitale Krankenversorgung in der Lausitz" ausgebaut werden. Gerade für Patienten, die auf dem Land wohnen, müssten Wege gefunden werden, um sie auch künftig wohnortnah und ohne lange Wartezeiten gut und schnell gesundheitlich zu betreuen.

"Die Erforschung neuer digitaler Versorgungsmodelle und deren Umsetzung ist hierfür ein entscheidender Schritt", meint Münch.

Der Zeitplan für die neue Unimedizin

  • Bis Ende 2020 soll ein Konzept zur Etablierung einer "Modellregion Gesundheit Lausitz" einschließlich eines Teilkonzepts zum Aufbau der Universitätsmedizin Cottbus erarbeitet werden.
  • Anfang 2021 werden dann die weiteren Grundlagen für den Start der Unimedizin vorbereitet.
  • Zum Wintersemester 2023/24 sollen der Lehrbetrieb und die Aufnahme erster Studierender erfolgen.
  • Bis 2029 soll der Ausbau abgeschlossen sein.
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