Ärzte Zeitung, 15.07.2014

Kommentar zu Modellstudiengängen

Gefülltes Hausaufgabenheft

Von Rebecca Beerheide

Testphase bestanden, Reifeprüfung muss folgen: Der Wissenschaftsrat hat sein Lob für die Arbeit der neun Modellstudiengänge mit einem gut gefüllten Hausaufgabenheft garniert. Für alle 37 Fakultäten heißt es nun: Mauern einreißen, von alten Mustern verabschieden und neue Wege gehen.

Geht es nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrates, muss an den Medizinfakultäten nichts weniger als die komplette Philosophie der medizinischen Lehre verändert werden. Die Ausbildung würde sich künftig an ärztlichen Rollen und Kompetenzen und nicht mehr entlang der traditionellen Fächergrenzen orientieren.

Zudem müssen die Mediziner von morgen mit besserem wissenschaftlichem Rüstzeug ausgestattet werden - jeder Student sollte mindestens eine Forschungsarbeit verfassen, empfehlen die Gutachter.

Auch die weiteren Hausaufgaben werden zur Herausforderung: Eindringlich wird die Allgemeinmedizin als Lehrstuhl an allen Fakultäten gefordert. Um Studenten mehr Wechselmöglichkeiten zu ermöglichen, sollten bundeseinheitliche Zwischenprüfungen entwickelt werden. Auch das PJ sollte künftig in Quartale aufgeteilt werden.

Die Vorschläge des Rates bedeuten an vielen Medizinfakultäten einen Umbruch, der nicht an jedem Ort leicht fallen wird.

Lesen Sie dazu auch:
Medizinstudium: "Magisterarbeit" auch für angehende Ärzte

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