Ärzte Zeitung online, 20.12.2017

Statistik

Gesundheit belastet den Geldbeutel eher wenig

Vier Prozent ihrer monatlichen Konsumausgaben berappten die privaten Haushalte im vergangenen Jahr für die Gesundheitspflege.

Von Matthias Wallenfels

Gesundheit belastet den Geldbeutel eher wenig

Gesundheit ist ein kostbares Gut. Ihre Erhaltung lassen sich die Deutschen neben der Kassenmedizin etwas kosten.

© Tatjana Balzer / stock.adobe.com

WIESBADEN. Auf 2480,33 Euro je Monat beliefen sich im vergangenen Jahr im Schnitt die gesamten monatlichen Konsumausgaben der privaten Haushalte (ohne Selbststständigenhaushalte). 98,81 Euro davon – rund 4 Prozent – wendeten sie für die Gesundheitspflege auf, wie aus am Dienstag veröffentlichten Daten vom Statistischen Bundesamt (Destatis) hervorgeht.

Größter Kostenblock mit 1327 Euro im Monat – knapp 54 Prozent Anteil an den Gesamtkonsumausgaben – waren die Aufwendungen für Wohnen, Ernährung und Bekleidung. Knapp 14 Prozent (335 Euro) entfielen auf den Bereich Verkehr. Für Freizeit, Unterhaltung und Kultur gaben die Privathaushalte durchschnittlich rund 10 Prozent (258 Euro) ihrer Konsumausgaben aus. Die übrigen knapp 23 Prozent (561 Euro) entfielen neben der Gesundheitspflege auf die Bereiche Innenausstattung, Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen, Post und Telekommunikation, Bildung sowie andere Waren und Dienstleistungen.

Dienstleistungen größter Kostenblock

Ein Blick ins Innere des Wiesbadener Zahlenwerks offenbart, dass bei den Gesundheitsausgaben die Aufwendungen für medizinische Dienstleistungen mit rund 58 Euro monatlich den größten Kostenblock darstellen. Dabei gibt es gravierende Unterschiede zwischen Ost und West. So gaben die privaten Haushalte iim früheren Bundesgebiet ohne West-Berlin rund 64 Euro für ambulante und stationäre Dienstleistungen aus, in den Neuen Ländern einschließlich Berlin waren es hingegen gerade einmal 34 Euro.

Innerhalb der 58 Euro entfiel der größte Teil auf haus- und fachärztliche Leistungen mit rund 22 Euro, wobei die Fachärzte mit rund 18 Euro dominierten. An zweiter Stelle standen mit rund 17 Euro die Ausgaben für zahnärztliche Dienstleistungen. Auf Rang 3 kamen mit knapp zehn Euro Dienstleistungen nichtärztlicher Gesundheitsberufe, darunter von Heilpraktikern. Mit knapp 9 Euro monatlich schlugen die stationären Gesundheitsdienstleistungen zu Buche.

Am wenigsten Geld für Therapiegeräte

Für Verbrauchsgüter für die Gesundheit – Arznei-, aber auch mechanische Verhütungsmittel – gaben die privaten Haushalte 2016 im Schnitt monatliche 26 Euro aus – im Westen 28 Euro, im Osten 20 Euro. Für Gebrauchsgüter für die Gesundheit – Brillen und andere therapeutische Geräte inklusive Reparatur – wendeten sie im Schnitt 15 Euro auf – im Westen 16 Euro, im Osten 12 Euro.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Asthma – oder nur zu dick?

Wenn keuchende, schwer übergewichtige Patienten in der Praxis über "Asthma" klagen, ist Vorsicht geboten. Denn oft sind die Symptome kein pneumologisches Problem. mehr »

WHO veröffentlicht die ICD-11

Nach 26 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation die Klassifikation der Todesursachen und Krankheiten auf eine neue Grundlage gestellt. Die ICD-11 ist am Montag veröffentlicht worden. mehr »

Warum Patienten aggressiver werden

Dass Patienten Ärzte verbal angreifen und bedrohen, kommt in Deutschland immer häufiger vor. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielerorts wappnen sich Mediziner in Praxen und Kliniken gegen die stärker aufkommende Gewalt. mehr »