Ärzte Zeitung online, 07.04.2014

Datenklau im Web

So schützen Sie Ihre E-Mail-Adresse

Schon wieder Datenklau im Internet: 18 Millionen E-Mail-Adressen samt Passwörter wurden gekapert. Viele Ärzte fragen sich: Wie kann man sich davor schützen? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt Tipps.

So schützen Sie Ihre E-Mail-Adresse

Es gibt mehrere Maßnahmen, wie man sich davor schützen kann, im Internet auspioniert zu werden.

© Jürgen Fälchle / fotolia.com


Fragen und Antworten zum jüngsten Datenklau

Wer ist betroffen? Von den 18 Millionen analysierten Mail-Adressen haben die Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rund drei Millionen Adressen eindeutig deutschen Nutzern zugeordnet.

Woher stammen die geklauten Daten? Die Datensätze stammen aus mehreren Quellen. So haben Kriminelle vermutlich die Rechner von Internet-Nutzern gekapert und dort Daten abgegriffen.

Was können Kriminelle mit den Daten anfangen? Ein Teil der gestohlenen Datensätze wird bereits aktiv missbraucht. Wie das BSI mitteilte, nutzen Kriminelle die Daten derzeit zum Versenden von Spam-Mails. Wer zum Anmelden in einem Online-Shop seine E-Mail-Adressen und ein mehrfach verwendetes Passwort nutzt, läuft zudem Gefahr, dass nach einem Diebstahl Unbefugte in seinem Namen einkaufen können. Außerdem lassen sich weitere persönliche Daten in Sozialen Netzwerken abgreifen. (dpa)

NEU-ISENBURG. Zum zweiten Mal in diesem Jahr sind Millionen von Internet-Benutzerkonten geknackt worden. Im Januar waren es 16 Millionen Accounts, jetzt ist die Rede von 18 Millionen E-Mail-Adressen samt Passwörtern, die von Cyber-Kriminellen gekapert wurden.

Die Betroffenen sollten im Laufe des Montags darüber informiert werden, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mitteilt. Ob die eigene Adresse unter den gestohlenen Daten ist, lässt sich selbst prüfen - mittels des Sicherheitstests auf der BSI-Webseite.

Nach dem zweiten riesigen Fund gestohlener Nutzerdaten wächst bei vielen Menschen die Angst vor Datenmissbrauch im Web. Doch Internet-Nutzer haben es selbst in der Hand, sich vor Angriffen zu schützen. Das BSI nennt Maßnahmen zum Schutz des PC gegen Attacken aus dem Internet und gibt Ratschläge zur Wahl eines sicheren Passwortes. Wir geben sie in gekürzter Form wieder.

So schützen Sie Ihren PC:

1. Installieren Sie regelmäßig die Sicherheitsupdates für das Betriebssystem und die Programme - am besten über die Funktion "Automatische Updates". Diese Funktion ist meist unter dem Menüpunkt "Optionen" oder "Einstellungen" zu finden.

2. Setzen Sie ein Virenschutzprogramm ein und aktualisieren Sie es regelmäßig.

3. Verwenden Sie eine Personal Firewall. Diese ist in den meisten modernen Betriebssystemen bereits integriert.

4. Verwenden Sie zum Internetsurfen ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten, keinesfalls ein Administrator-Konto.

5. Verwenden Sie einen modernen Internet-Browser mit fortschrittlichen Sicherheitsmechanismen - etwa Google Chrome.

6. Wenn Sie ein drahtloses Netzwerk zur Einwahl ins Internet nutzen (WLAN), dann sollte dies stets mittels des Verschlüsselungsstandards WPA2 verschlüsselt sein.


So verhalten Sie sich beim Internetsurfen richtig:

1. Seien Sie wachsam und misstrauisch. Klicken Sie nicht automatisch auf jeden Link oder jeden Dateianhang, der Ihnen per E-Mail gesendet wird. Wenn Sie Software herunterladen möchten, dann sollten Sie dies möglichst ausschließlich von der Webseite des jeweiligen Herstellers tun.

2. Seien Sie zurückhaltend mit der Weitergabe von persönlichen Informationen im Internet.

3. Nutzen Sie eine verschlüsselte Verbindung, wenn Sie im Web persönliche Daten übertragen wollen, etwa beim Online-Banking oder -shopping. Jeder seriöse Online-Dienst bietet eine solche Möglichkeit. Sie erkennen die sichere Verbindung an der Internetadresse, die stets mit "https://" beginnt und an dem kleinen Schloss-Symbol in Ihrem Browserfenster.

4. Nutzen Sie möglichst sichere Passwörter. Verwenden Sie für jeden genutzten Online-Dienst - zum Beispiel E-Mail, Online Shops, Online Banking, Foren, Soziale Netzwerke - jeweils ein anderes, sicheres Passwort. Ändern Sie diese Passwörter regelmäßig. Vom Anbieter oder Hersteller voreingestellte Passwörter sollten Sie sofort ändern.


So wählen Sie ein sicheres Passwort:

1. Das Passwort sollte mindestens zwölf Zeichen lang sein.

2. Es sollte aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Ziffern (?!%+…) bestehen.

3. Wählen Sie am besten eine Zeichenfolge, die Sie sich selbst ausgedacht haben. Am besten ist, Sie denken sich einen Satz aus und benutzen von jedem Wort nur den ersten Buchstaben. Anschließend verwandelt man bestimmte Buchstaben in Zahlen oder Sonderzeichen. Hier ein Beispiel: "Morgens stehe ich auf und putze mir meine Zähne drei Minuten lang." Nur die Anfangsbuchstaben: "MsiaupmmZdMl". "i und l" sieht aus wie "1", "&" ersetzt das "und": "Ms1a&pmmZ3M1".

4. Wenn möglich sollte das gewählte Passwort nicht in Wörterbüchern vorkommen.

5. Tabu sollten Namen von Familienmitgliedern, des Haustieres, des besten Freundes, des Lieblingsstars oder deren Geburtsdaten usw. sein

6. Es soll nicht aus gängigen Varianten und Wiederholungs- oder Tastaturmusternmustern bestehen, also nicht asdfgh oder 1234abcd usw.

7. Einfache Ziffern am Ende des Passwortes anzuhängen oder eines der üblichen Sonderzeichen $ ! ? #, am Anfang oder Ende eines ansonsten simplen Passwortes zu ergänzen ist auch nicht empfehlenswert. (eb)

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