Ärzte Zeitung online, 05.06.2018

Jameda

Gerichte bestätigen Prüfverfahren

MÜNCHEN. Jameda hat nach eigenen Angaben erneut sein Geschäftsmodell vor Gericht verteidigt: Die Klage eines Plastischen Chirurgen vor dem Landgericht München sowie einer Heilpraktikerin vor dem Landgericht Köln, beide gegen kritische Bewertungen gerichtet, seien abgewiesen worden.

Zuvor habe Jameda die Bewertungen "ausführlich entsprechend den Vorgaben des Bundesgerichtshofs auf deren Authentizität hin geprüft".

Von den Patienten seien eine Stellungnahme und ein Beleg eingefordert worden, dass sie tatsächlich Kunden der von ihnen bewerteten Praxis waren.

In beiden Fällen hätten die Gerichte bestätigt, dass Jameda seiner Prüfpflicht nachgekommen sei und die Bewertungen von der Meinungsfreiheit gedeckt waren. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[04.08.2018, 06:53:38]
Peter Gorenflos 
korrektes Prüfverfahren schließt Manipulation von Bewertungsdurchschnitten nicht aus
Ein korrektes Prüfverfahren schließt die Manipulation von Bewertungsdurchschnitten nicht aus. Auch wenn bei einzelnen Bewertungen nachweisbar ist, dass sie tatsächlich von einem Patienten stammen, also der Behandlungsnachweis stimmt, dann heißt das noch lange nicht, dass Jameda die Bewertungsdurchschnitte nicht manipuliert. Der ZEIT-Artikel vom 18.1. legt das nahe! Eine solche Manipulation ist unauffällig, hocheffizient und für das Portal sehr lukrativ, denn sie generiert neue Kunden, die unter Druck gesetzt werden. Man winkt bei zwangsrekrutierten Ärzten schlechte Bewertungen durch, bei Kunden blockiert man sie, von Ausnahmen abgesehen, damit es nicht zu sehr nach Skandal riecht. Der ehemalige BGH-Vorsitzende Büscher hat in seinem wegweisenden Artikel "Soziale Medien, Bewertungsplattformen und CO" klar nachgewiesen, dass bei Kombi-Portalen Werbung/Bewertung das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb greift. Weshalb also unternehmen die Kammern nichts?  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Keine Notdienstpflicht für ermächtigte Krankenhausärzte

Muss ein ermächtigter Klinikarzt auch KV-Notdienst leisten? Nein, hat das Bundessozialgericht jetzt entschieden. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »