Ärzte Zeitung, 14.09.2016
 

Westfalen-Lippe

Diese sieben Regionen locken jetzt mit Förderung

Die KV Westfalen-Lippe weitet ihre Förderung für Hausarztniederlassungen auf sieben neue Regionen aus.

KÖLN. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) verstärkt ihre Anstrengungen, um hausärztlichen Nachwuchs für ländliche Regionen zu gewinnen, in denen Lücken in der Versorgung drohen.

Sie hat ihr Förderverzeichnis erweitert: In sieben weiteren Städten und Gemeinden können Ärzte, die sich dort als Hausarzt niederlassen oder einen Kollegen anstellen wollen, mit finanzieller Unterstützung rechnen.

Damit stellt die KVWL jetzt in 17 Städten oder Gemeinden mit einem dringenden Versorgungsbedarf Fördergelder zur Verfügung. Die höhere Zahl ist nach Angaben der KV nicht Ausdruck einer Verschärfung der Lage, sondern einer präziseren Erfassung der betroffenen Gemeinden. So werden in dem Verzeichnis nicht mehr Mittelbereiche aufgeführt, die mehrere Gemeinden umfassen, sondern konkret die Orte mit dem dringendsten Bedarf.

"Das kulturelle und sportliche Angebot, ein Arbeitsplatz für den Partner, die Schulen vor Ort, die Wohnsituation - es ist sicher nicht nur das Geld, das junge Ärztinnen und Ärzte motiviert, in einer ländlichen Region eine Hausarztpraxis zu übernehmen oder nicht", sagt der zweite Vorsitzende der KVWL Dr. Gerhard Nordmann. Eine finanzielle Förderung könne aber das oft zitierte Zünglein an der Waage sein, wenn sich Kandidaten zwischen mehreren Optionen entscheiden können.

Positive Erfahrungen mit Förderung

Die KVWL hat bereits positive Erfahrungen mit der Förderung gemacht. "In zwei Mittelbereichen konnte die drohende Unterversorgung abgewendet werden, in weiteren Kommunen konnte die hausärztliche Versorgung unterstützt und verstärkt werden", berichtet er. In Lage ist die drohende Unterversorgung durch die Niederlassung von drei Ärzten für beendet erklärt worden. In Bödefeld hat ein Arzt eine Zweigpraxis eröffnet, in Brekerfeld ist eine Praxisübernahme gelungen.

Die Sicherstellungsrichtlinie der KVWL sieht verschiedene Fördermaßnahmen vor. Sie reichen von der Gewährung einer Umsatzgarantie über eine Kostenübernahme für den Umzug oder die Einrichtung der Praxis bis hin zu einem zinslosen Darlehen von bis zu 50.000 Euro. Auch die Beschäftigung von Weiterbildungs-Assistenten wird gefördert.

Um die Versorgungslage noch zielgenauer zu ermitteln, hat die KVWL einen Geografen angestellt. Ein geografisches Informationssystem ermöglicht ihm, Zeichen für eine drohende Unterversorgung früher als bisher zu erkennen. Das Förderverzeichnis wird regelmäßig angepasst.

"Wir haben hier ein Frühwarnsystem, mit dem wir sehr zielgerecht erfassen können, wo sich vor allem aufgrund der Altersstruktur der Ärzte vor Ort und der bestehenden Versorgungsdichte Probleme ankündigen", sagt Nordmann. (iss)

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