Medica Aktuell, 18.11.2009

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Point of Care ohne Papier - Vernetzung macht's möglich

Von Philipp Grätzel von Grätz

Laboranalysen direkt beim Patienten sind einfach, schnell und oft extrem hilfreich. Moderne Technik hat auch hier die Möglichkeiten verbessert. So wurde jetzt die Überwachung des Gehaltes an Gasen im Blut mit den Überwachungsmonitoren vernetzt - für mehr Patientensicherheit.

Über Messwerte aus dem Blut lassen sich laufend Schlüsse auf den Zustand des Patienten ziehen. Sauerstoffgehalt, Konzentration an Kohlendioxid, Natriumwert, Hämoglobin-Spiegel oder Blutzucker: Ein großer Teil der im medizinischen Alltag nötigen Messwerte lassen sich mit modernen Analysegeräten auch direkt bei Patienten ermitteln, also ohne Rückgriff auf die Dienste eines zentralen Laboratoriums.

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Point-of-Care-Monitoring klappt inzwischen auch ohne Papierkram.

Foto: beerkoff©www.fotolia.de

Gerade in der Notaufnahme, auf Intensivstationen, aber auch im Op-Saal gehört der schnelle Gang zum Analysator zu den Standardaufgaben des Pflegepersonals. Kein Wunder, dass die Messung direkt bei Patienten - Ärzte sprechen von "Point of Care" - auch bei der Medica, der größten Medizinmesse der Welt mit angeschlossenem Kongress, eines der großen Schwerpunktthemen ist. Unternehmen wie Roche Diagnostics oder Radiometer stellen ihre Analysemaschinen in Düsseldorf vor.

Nicht ganz befriedigen kann bisher freilich der Umgang mit den Daten: Point-of-Care-Geräte spucken oft kleine Zettel mit Laborwerten aus, die in die Akte des Patienten eingelegt oder an Messkurven angeheftet werden. Solche Zettel können verloren gehen. Aber auch der ganze Vorgang ist fehleranfällig: "Es kommt immer wieder vor, dass Blutproben oder auch die Ergebniszettel vertauscht werden, vor allem wenn die Informationen zur Identifikation des Patienten erst am Analysator eingegeben werden", betont Dr. Christian Falk aus Zürich. Solche Verwechslungen aber können fatal sein, weil gerade die Ergebnisse der Bestimmung der Gase im Blut oft unmittelbare therapeutische Konsequenzen nach sich ziehen.

Am Universitätshospital in Zürich wurde deswegen ein neuer Weg beschritten, über den Falk beim Medica-Kongress 2009 im Detail berichten wird. "Wir haben versucht, die Point- of-Care-Prozesse zu verbessern, indem wir die Management-Software der Point-of-Care-Analytik spitalweit mit unserem Patientenmonitoring verknüpft haben", so Falk. Die Folge ist, dass den Ärzten in Zürich die Resultate der Point-of-Care-Analytik direkt am Überwachungsmonitor des jeweiligen Patienten präsentiert wird. Zusätzlich wurde eine Verknüpfung zur elektronischen Patientenakte geschaffen, damit auch ältere Laborwerte direkt am Patientenbett verfügbar sind. "Das ist für die Ärzte sehr komfortabel. Die, die es heute schon nutzen, möchten es nicht mehr missen", betont Falk. Das System löst außerdem das Problem der verwechselten Point-of-Care-Befunde, weil am Patientenmonitor nur die Daten des jeweiligen Patienten und sonst keine erscheinen. "Das bedeutet mehr Sicherheit für Patienten und Ärzte gleichermaßen", so Falk.

Damit das alles funktioniert, mussten freilich einige Voraussetzungen erfüllt sein. "Einer unserer Vorteile war, dass wir im ganzen Haus mit einheitlichen Monitoren und Blutgasanalyse-Geräten arbeiten." Die Monitore kommen durchweg vom Unternehmen Dräger, die Blutgasanalytik kommt vom Unternehmen Radiometer. Zusätzlich war die Klinik bereit, die Anschaffung von Barcode-Scannern zu finanzieren, wie sie aus Supermärkten bekannt sind, die am Patientenbett angebracht sind. Bei der Blutabnahme für einen Point-of-Care-Test identifiziert sich zunächst die Proben nehmende Person am Monitor. Danach wird der Barcode des Probenröhrchens eingescannt, gefolgt vom Barcode des Patienten. "Damit sind alle relevanten Informationen im System", erläutert Falk. "Die Probe kann zu irgendeinem Analysator im Haus gebracht werden. Dort wird sie automatisch verarbeitet. Die Werte erscheinen dann auf dem Monitor am Patientenbett, ohne dass ein Zettel ausgedruckt wird."

Veranstaltung 101
Medica International:
"Patient Monitoring"
In English

18 November 2009,
10 to 11.30 a.m.,
Room 91, CCD Süd,

Chair: Dr M.Brüesch, Zurich

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