Ärzte Zeitung, 30.09.2010

Für Kliniken ist Risikomanagement kein Fremdwort

Viele Krankenhäuser geben in einer Umfrage der Universität Bonn an, sich intensiv für mehr Patientensicherheit einzusetzen.

BONN (iss). Risikomanagement ist für die meisten deutschen Krankenhäuser kein Fremdwort mehr. Nach einer aktuellen Untersuchung verfügen 59 Prozent der Kliniken über eine verbindliche, schriftlich festgelegte Strategie für das klinische Risikomanagement. In 39 Prozent der Häuser ist eine Person vor allem mit der Umsetzung der Maßnahmen beschäftigt, in 37 Prozent sind das zwei oder mehrere Arbeitskräfte.

Das Institut für Patientensicherheit der Universität Bonn (IfPS) hatte von März bis Juni 2010 1820 Kliniken befragt, 484 antworteten. Wahrscheinlich haben sich vor allem die Kliniken beteiligt, die dem Thema eher aufgeschlossen gegenüberstehen. Die Studie wurde vom AOK Bundesverband finanziert.

Die Ergebnisse der Befragung zeigten, dass die Kliniken Instrumente und Maßnahmen zur Erhöhung der Patientensicherheit in den vergangenen Jahren zunehmend umgesetzt haben, sagte IfPS-Direktor Professor Matthias Schrappe, der auch Vorstand im Aktionsbündnis Patientensicherheit ist. "Wir haben in den vergangenen fünf Jahren Erfolge erzielt", sagte er.

48 Prozent der Kliniken hatten angegeben, dass sie ein eigenes Fehlerberichts- und Lernsystem eingeführt haben. "Wir müssen mit voller Kraft daran arbeiten, dass es in fünf Jahren 88 Prozent sind", sagte Schrappe anlässlich des gemeinsamen Kongresses "Patientensicherheit im Fokus der Versorgungsforschung" des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und des Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung.

"In den Krankenhäusern zeigt sich ein Kulturwandel im Umgang mit Fehlern", sagte Dr. Bernd Metzinger, Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Maßnahmen zur Erhöhung der Patientensicherheit seien wichtig, die Kliniken müssten aber auch in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen. "Es hilft der Sicherheit im Krankenhaus sicher nicht, wenn die Mittel für Krankenhäuser gekürzt werden", kritisierte er.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Nach Laborreform - Alte EBM-Nummer, aber neue Fallen für den Bonus

So viel hat sich bei den Ausnahme-Kennnummern im Labor zum 1. April gar nicht geändert. Doch ihre Wirkung auf Laborkosten ist völlig anders als bisher. Lesen Sie am Beispiel des Diabetes, wie Sie neue Fallen im Labor vermeiden. mehr »

Neue MS-Medikamente für weniger Schübe und weniger Behinderung

Wie innovative Medikamente und neue Behandlungsrichtlinien die Therapie bei MS optimieren – das ist ein Schwerpunkt beim Kongress der Europäischen Neurologen in Lissabon. mehr »