Ärzte Zeitung, 12.04.2012

Sanierungsplan: UKSH setzt auf private Investoren

KIEL (di). Schleswig-Holstein startet ein Vergabeverfahren für private Investoren am Universitätsklinikum (UKSH). Zusammen mit öffentlichen Mitteln fließt über eine halbe Milliarde Euro in die Standorte Kiel und Lübeck.

Für 380 Millionen Euro sollen im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Partnerschaft (ÖPP) Gebäude der Krankenversorgung saniert werden, 160 Millionen Euro sollen durch öffentliche Finanzierung in Immobilien der Forschung und Lehre fließen.

Zur ÖPP: Ein Investor soll die Gebäude übernehmen, sanieren, für 25 Jahre betreiben und an das UKSH verpachten. Damit bleibt das UKSH in öffentlicher Hand, muss aber nicht selbst investieren. Im ersten Schritt wird nun EU-weit ausgeschrieben, mit einem Zuschlag ist erst Ende 2013 zu rechnen.

Das ÖPP-Modell soll sich von allein tragen: die Pacht-Entgelte an den Investor sollen aus Effizienzsteigerungen der modernisierten Immobilien finanziert werden.

So hatte es der UKSH-Vorstand um Prof. Jens Scholz in seinem Masterplan vorgeschlagen, auf dessen Grundlage sich die Politik im Herbst 2011 gegen eine lange diskutierte Privatisierung entschieden hatte. Für eigene Investitionen in dieser Größenordnung fehlt dem Land das Geld.

Die Charité als Vorbild

Das Wissenschaftsministerium hält diesen Weg für Erfolg versprechend, wenn zugleich die Rationalisierungsprozesse im Klinikum weitergeführt werden. Zu einer entsprechenden Empfehlung kamen auch Gutachter einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Als Vorbild für gelungene Rationalisierung stellte Minister Jost de Jager die Berliner Charité dar. Das Klinikum hatte nach einem Verlust von knapp 18 Millionen Euro in 2010 durch stringentes Management 2011 einen Gewinn von über acht Millionen Euro ausgewiesen.

Bei den Investitionen in die Lehr- und Forschungseinrichtungen sind Land und UKSH ohne private Unterstützung gefordert.

Die 160 Millionen Euro sollen zwischen 2014 bis 2021 zur Hälfte aus dem Landeshaushalt und zu jeweils 40 Millionen Euro aus dem Zuschuss für Forschung und Lehre sowie dem UKSH erbracht werden.

Topics
Schlagworte
Klinik-Management (11622)
Organisationen
Charité Berlin (3064)
Personen
Jens Scholz (38)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »