Ärzte Zeitung, 18.06.2013
 

Brandenburg

Kliniken locken Fachkräfte mit Familienfreundlichkeit

Wer heute Fachkräfte für das Gesundheitswesen gewinnen will, muss für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie etwas tun. Fünf Kliniken in Brandenburg haben sogar ein Zertifikat erworben, um im Wettbewerb zu punkten.

BERLIN. Im Wettbewerb um Fachkräfte setzen Kliniken in Brandenburg zunehmend auf Familienfreundlichkeit.

Fünf der gut 50 Krankenhäuser im Land und eine Rehaklinik haben das Zertifikat "berufundfamilie" absolviert. Das teilte die Landeskrankenhausgesellschaft anlässlich einer Fachtagung in Potsdam mit.

Dort stellte unter anderem das Klinikum Niederlausitz seine familienfreundlichen Angebote für Mitarbeiter vor.

Sie reichen von finanzieller Unterstützung für Kinderbetreuung in Kooperation mit einer Kindertagesstätte, über Unterstützung bei Wohnungssuche und Umzug für neue Mitarbeiter bis hin zu Informationsveranstaltungen zu Elternzeit und Wiedereinstieg in den Beruf.

Um neue Ärzte und Pflegekräfte zu gewinnen, setzt das Klinikum in Senftenberg auch auf betriebliche Altersvorsorge und besondere Hilfen für ausländische Mitarbeiter.

Bei regelmäßigen Mitarbeitergesprächen werden berufliche Perspektiven auch unter dem Blickwinkel der Vereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert.

Telearbeitsplätze in Lübben eingeführt

Das Reha-Zentrum Lübben hat sich ebenfalls auf die Bedürfnisse von Mitarbeiterinnen mit Kindern eingestellt. Unter anderem bietet es mehr Teilzeitarbeit und flexible Arbeitszeiten.

Zudem hat das Reha-Zentrum Telearbeitsplätze eingerichtet. Mitarbeiterinnen in Elternzeit werden regelmäßig eingeladen und über Neuigkeiten aus dem Reha-Zentrum auf dem Laufenden gehalten.

Derzeit denkt man darüber nach, die Wochenarbeitszeit für Mitarbeiter mit Kindern bis 12 Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen bei vollem Lohnausgleich zu senken. Geburtenbeihilfe wird bereits seit 2006 gezahlt. Ältere und langjährige Mitarbeiter erhalten zusätzliche Urlaubstage.

"Das sind nur einige Beispiele. Dennoch ist natürlich noch viel zu tun", so das Fazit der Landeskrankenhausgesellschaft.

Sie hält noch viele kleine Schritte für nötig, um den Krankenhaus-Mitarbeitern das Gefühl zu geben, dass ihre Bedürfnisse nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie ernst genommen werden. (ami)

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