Ärzte Zeitung, 12.08.2013
 

NRW-Kliniken

Erweiterte Kapazitäten für Altersmedizin

Geriatrische Patienten werden in Zukunft den Versorgungsalltag in Kliniken prägen. Im NRW-Krankenhausplan wird das berücksichtigt.

KÖLN. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sieht im neuen nordrhein-westfälischen Krankenhausplan ein Vorbild für andere Bundesländer.

Die dort ab 2015 vorgesehene Aufstockung der Kapazitäten für die Altersmedizin und das verpflichtende geriatrische Screening bei allen Patienten über 75 Jahren sind nach Einschätzung der Fachgesellschaft der richtige Weg für die Zukunft.

"Schön wäre es, wenn sich andere Landesregierungen hieran jetzt ein Beispiel nehmen würden", sagt DGG-Präsident Professor Ralf-Joachim Schulz. Der typische Patient der näheren Zukunft werde ein geriatrischer Patient sein.

Frühe Identifikation angestrebt

"Wir freuen uns sehr, dass es endlich gelungen ist, die stationäre Versorgung von geriatrischen Patienten zu verbessern", sagt Schulz. Es sei wichtig, frühzeitig diejenigen Patienten zu identifizieren, die von einer altersmedizinischen Behandlung profitieren - durch das Screening im Krankenhaus oder in der Hausarztpraxis.

Es gelte, Weichen für die Zukunft zu stellen. "Manche Patienten profitieren von einer akutgeriatrischen Behandlung im Krankenhaus, für andere wiederum ist es besser, direkt in ein Pflegeheim zu kommen statt in die Klinik", sagt Schulz.

Multiprofessionelle Teams

Er begrüßt, dass in den nordrhein-westfälischen Kliniken bei der Versorgung älterer Patienten künftig auch Qualitätsvorgaben greifen sollen. So sieht der Krankenhausplan für die ärztliche Leitung von geriatrischen Abteilungen und die Stellvertretung eine geriatrische Qualifikation und die Vorhaltung eines multiprofessionellen geriatrischen Teams vor.

"Auch das ist ganz im Sinne unserer hochbetagten Patienten, ein Meilenstein", lobt Schulz, der die Geriatrie des Kölner St. Marien-Hospitals leitet.

Kliniken, die selbst nicht die notwendigen Voraussetzungen erbringen, müssen in einem Versorgungsverbund mit entsprechend ausgerüsteten Häusern kooperieren. Die Verbünde sehen auch die Vernetzung mit dem ambulanten Bereich vor. (iss)

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