NRW-Kliniken

Erweiterte Kapazitäten für Altersmedizin

Geriatrische Patienten werden in Zukunft den Versorgungsalltag in Kliniken prägen. Im NRW-Krankenhausplan wird das berücksichtigt.

Veröffentlicht:

KÖLN. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sieht im neuen nordrhein-westfälischen Krankenhausplan ein Vorbild für andere Bundesländer.

Die dort ab 2015 vorgesehene Aufstockung der Kapazitäten für die Altersmedizin und das verpflichtende geriatrische Screening bei allen Patienten über 75 Jahren sind nach Einschätzung der Fachgesellschaft der richtige Weg für die Zukunft.

"Schön wäre es, wenn sich andere Landesregierungen hieran jetzt ein Beispiel nehmen würden", sagt DGG-Präsident Professor Ralf-Joachim Schulz. Der typische Patient der näheren Zukunft werde ein geriatrischer Patient sein.

Frühe Identifikation angestrebt

"Wir freuen uns sehr, dass es endlich gelungen ist, die stationäre Versorgung von geriatrischen Patienten zu verbessern", sagt Schulz. Es sei wichtig, frühzeitig diejenigen Patienten zu identifizieren, die von einer altersmedizinischen Behandlung profitieren - durch das Screening im Krankenhaus oder in der Hausarztpraxis.

Es gelte, Weichen für die Zukunft zu stellen. "Manche Patienten profitieren von einer akutgeriatrischen Behandlung im Krankenhaus, für andere wiederum ist es besser, direkt in ein Pflegeheim zu kommen statt in die Klinik", sagt Schulz.

Multiprofessionelle Teams

Er begrüßt, dass in den nordrhein-westfälischen Kliniken bei der Versorgung älterer Patienten künftig auch Qualitätsvorgaben greifen sollen. So sieht der Krankenhausplan für die ärztliche Leitung von geriatrischen Abteilungen und die Stellvertretung eine geriatrische Qualifikation und die Vorhaltung eines multiprofessionellen geriatrischen Teams vor.

"Auch das ist ganz im Sinne unserer hochbetagten Patienten, ein Meilenstein", lobt Schulz, der die Geriatrie des Kölner St. Marien-Hospitals leitet.

Kliniken, die selbst nicht die notwendigen Voraussetzungen erbringen, müssen in einem Versorgungsverbund mit entsprechend ausgerüsteten Häusern kooperieren. Die Verbünde sehen auch die Vernetzung mit dem ambulanten Bereich vor. (iss)

Mehr zum Thema

Interview mit Heiner Averbeck

PJler beklagt: „Wir werden behandelt wie Verfügungsmasse!“

Kommentar zu Stroke Units im Norden

Geordnete Übergabe

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Tobias Hans, Landesvorsitzender der saarländischen CDU und Saarlands Ministerpräsident, spricht am 12.11.2021 im E-Werk bei der Landesvertreterversammlung der saarländischen CDU.

© Uwe Anspach / dpa

Corona-Impfung

BioNTech-Deckelung: Saar-MP Hans attackiert Spahn

Impfzentrum der Marke Eigenbau in Peine.

© Dr. Lars Peters

COVID-19-Impfung im früheren Getränkemarkt

Hausarzt richtet Corona-Impfzentrum ein – auf eigene Kosten

IT-Sicherheit in der Praxis: Als „die Atemschutzmaske des Computers“ titulierte der Heidelberger Cyberschutz-Auditor Mark Peters die Firewall.

© Michaela Schneider

Cyberschutz für Arztpraxen

Vom Passwort als Desinfektionsmittel