Ärzte Zeitung, 23.06.2015

Leipzig

Op-Aufzeichnung dokumentiert Eingriff

In Leipzig führt die private Acqua Klinik den Surgical Recorder zur Op-Dokumentation ein. Dieser gibt mehr Rechtssicherheit und hilft bei der Qualitätssicherung.

LEIPZIG. Eine Op nochmal Revue passieren lassen? Dieses Ziel setzt sich das International Reference and Development Centre for Surgical Technology (IRDC) in Leipzig.

An der Leipziger Acqua Klinik ist nach eigenen Angaben mit dem Surgical Recorder der Prototyp des "OP-Saals der Zukunft" in Betrieb gegangen.

Das in Kooperation mit dem schwäbischen Medizintechnikunternehmen Karl Storz entwickelte Gesamtsystem zeichne fortlaufend zwei Videosignale aus dem chirurgischen Cockpit, die Daten des Op-Computers, des Navigationssystems sowie die Gespräche zwischen den Mitarbeitern im OP auf.

"Damit stellen wir sicher, jede Operation ohne Einschränkungen auch im Nachhinein auswerten zu können.", erläutert Iris Gollnick, die das Projekt leitet.

Nicht nur im Falle außergewöhnlicher Ereignisse und deren Nachbesprechung sei das System von Vorteil. "Der Surgical Recorder erhöht auch nachweislich die Aufmerksamkeit der OP-Crew und die Konzentration auf die einheitlichen Abläufe während der gesamten Operation", erläutert Gollnick.

Patienten können Eingriff nachvollziehen

Erste Ergebnisse zeigen laut IRDC zwar eine gewisse zusätzliche Belastung der Operateure und Anästhesisten. Dies seien jedoch nach einer kurzen Eingewöhnung vollständig verschwunden.

"In der Summe rechtfertigen die Vorteile des Systems die Kosten in jedem Fall", bestätigt Professor Gero Strauss, HNO-Chirurg und Leiter des klinischen Einsatzes an der Acqua Klinik.

"Schließlich können wir bei einer fortschreitenden Digitalisierung der Medizin nicht vor der Qualitätssicherung Halt machen", ergänzt Strauss. So habe beispielsweise jeder Patient mit dem Surgical Recorder die Möglichkeit, die Daten des Eingriffs nachvollziehen und gegebenenfalls von unabhängiger Stelle überprüfen zu lassen.

Das Material diene aber nicht nur einer potenziellen rechtlichen Verwertung. "Vor allem aber nutzen wir die Daten, um aus unseren Operationen gemeinsam zu lernen. Für uns Mediziner ist die bessere Nachvollziehbarkeit einerseits ein wenig mehr Kontrolle, die wir jedoch nicht fürchten", verdeutlicht Strauss.

"Im Gegenteil, manche Bedenken können erst nach Sichtung der Informationen des Surgical Recorder ausgeräumt werden.", so Strauss weiter.

Das System wird in Leipzig in den kommenden Monaten weiter getestet und verbessert. Schrittweise soll danach die Installationen bei anderen Anbietern folgen, wie das IRDC informiert.

Die private Acqua Klinik ist auf den Bereich der HNO-Chirurgie spezialisiert. (maw)

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