Ärzte Zeitung, 22.02.2016

Kommentar zu PEPP

Lob dem Aufstand der Basis

Von Anno Fricke

BERLIN. Die Koalition zieht bei der Reform der Vergütung stationärer psychiatrischer Leistungen die Notbremse.

Sehr spät, aber immerhin noch rechtzeitig, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass das geplante Entgeltsystem PEPP in seiner aktuellen Fassung das Personal auf den Stationen ausdünnt und qualitativ hochwertige Behandlung finanziell bestraft. In den Häusern, die schon danach abrechneten, wuchs die Belastung durch Bürokratie, das Verständnis der Medizinischen Dienste für die besonderen Bedürfnisse der akut psychisch kranken Menschen nahm ab.

Ein besonders krasses Beispiel für die Ignoranz eines Kostenträgers: Eine Kasse wollte die Auslagen für eine Eins-zu-Eins-Betreuung eines suizidgefährdeten Patienten nicht übernehmen, weil der Betreute ausweislich der Dokumentation gut geschlafen hatte.

Nun soll alles ganz anders werden. Die Krankenhäuser sollen künftig aufgrund von Daten aus Kliniken bezahlt werden, die nachweislich leitliniengerecht behandeln und ausreichend Personal beschäftigen.

Die Koalition kehrt nun also auch bei PEPP Qualitätsorientierung heraus. Lob gebührt aber vor allem den Ärzten und Pflegern, die ausdauernd auf die strukturellen Fehlentwicklungen von PEPP aufmerksam gemacht haben.

Lesen Sie dazu auch:
PEPP: Eckpunkte für neues Entgeltsystem stehen

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[22.02.2016, 13:17:48]
Dr. Wolfgang Bensch 
Vielieicht Bundeswehr-Psychiatrie?
Da ist doch nach Nachwuchswerbung alles anders:
"Für den Patienten, nicht für den Profit" ... aus einem anderen Artikel:

"Die Bundeswehr gibt sich in einer Image-Kampagne zur Gewinnung von Ärzten kapitalismuskritisch - und rudert dann wieder zurück."  zum Beitrag »

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