Ärzte Zeitung, 07.07.2016

Itzehoe

Notaufnahme ächzt unter Bagatellfällen

30 Prozent der Fälle in der Notaufnahme am Klinikum Itzehoe gehören dort gar nicht hin.

ITZEHOE. Das Klinikum Itzehoe berichtet von zunehmend schwierigeren Arbeitsbedingungen für das Personal in der Notfallambulanz. Grund sind steigende Patientenzahlen und mangelndes Verständnis der Patienten.

"Es werden immer wieder Mitarbeiter beschimpft oder sogar bedroht", sagte der Ärztliche Direktor Dr. Michael Kappus. Er appellierte an die Patienten, "zu überlegen, ob sie mit einer Bagatelle wirklich in die Notaufnahme gehen müssen oder ob sie nicht warten können, bis der Hausarzt wieder geöffnet hat". Nach Angaben des Klinikums beträgt der Anteil an Patienten, die nicht zwingend in der Notfallambulanz vorstellig werden müssten, mindestens 30 Prozent. "Gut aufgehoben wäre der Patient in solchen Fällen beim Hausarzt oder außerhalb dessen Sprechzeiten in der Anlaufpraxis der niedergelassenen Ärzte", so das Klinikum.

Laut Kappus wählen immer mehr Menschen den Weg in die Unfallambulanz und Zentrale Notaufnahme, weil sie von einer schnelleren Hilfe ausgehen. Dabei berücksichtigen sie aber nicht, dass nach Dringlichkeit vorgegangen wird und Patienten mit leichteren Erkrankungen zum Teil stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.

Das Verständnis der Patienten für die Problematik sei oft gering. Gerade in jüngster Zeit seien wieder gehäuft Beschwerden aufgrund eines extrem hohen Patientenaufkommens eingegangen. (di)

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[07.07.2016, 08:56:56]
Dr. Henning Fischer 
30% Nicht-Notfälle sind doch noch ganz gut

trotzdem sehr einfache Lösung:

alle Krankenhäuser und alle Kassenärztlichen Vereinigungen fordern vom Gesetzgeber unisono eine Notdienstgebühr für Patienten. Rückerstattung durch die Kassen in sozialen Notfällen möglich.

wer Freibier anbietet muß sich über Zulauf nicht wundern.
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