Ärzte Zeitung online, 01.12.2017
 

Schönheits-OP

Mehr Männer denn je helfen nach

Für Männer sind Verschönerungen per Op-Messer längst kein Tabu mehr. Besonders ein Eingriff ist aktuell sehr gefragt.

BERLIN. In Deutschland lassen sich immer mehr Männer von Schönheitschirurgen operieren. Das geht aus der jährlichen Patienten- Umfrage hervor, die die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Danach lag der Männeranteil unter 3400 Befragten bei 17,5 Prozent. Das sei der höchste Wert seit Beginn der Befragungen 2009. Damals lag der Anteil der Männer bei 9,6 Prozent.

"Wir beobachten eine deutlich größere gesellschaftliche Akzeptanz für Männer, die sich mit ihrem Äußeren auseinandersetzen", sagte Verbandsmitglied Olaf Kauder. Bei Männern steige die Bereitschaft, sich einer ästhetischen Behandlung zu unterziehen. Auf der Beliebtheitsskala stehen bei Männern laut Umfrage Augenlidkorrekturen ganz oben.

Rund jeder fünfte Patient ließ sich Tränensäcke oder Schlupflider entfernen. Mit der Form ihrer Nase waren rund acht Prozent der Männer, die sich von einem DGÄPC-Chirurgen behandeln ließen, unzufrieden. Zwölf Prozent ließen sich Fett absaugen, sieben Prozent die Bauchdecke straffen.

Auch bei den Frauen verändert sich der Geschmack. Erstmals seit Beginn der Befragungen liegen Brustvergrößerungen mit rund zehn Prozent nicht länger an der Spitze der Korrekturwünsche. Sie sind von Augenlidkorrekturen (12,4 Prozent) eingeholt worden. Beliebt waren darüber hinaus Gesichtsstraffung (7,9 Prozent) und Lippenkorrekturen (7,4 Prozent). "Bei Frauen rückt das Gesicht stärker in den Fokus", folgert Mediziner Kauder.

Allerdings ist die niedrigere Zahl bei den Brustvergrößerungen kein Hinweis auf einen generellen Rückgang der Operationen nach dem Skandal um Brustimplantate 2010. Damals war bekannt geworden, dass die Implantate eines französischen Herstellers mit Industriesilikon gefüllt waren. Andere Eingriffe seien lediglich beliebter geworden, sagte DGÄPC-Sprecher Martin Spiering. (dpa)

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