Ärzte Zeitung, 22.07.2016

Vernetzung

Clouddienst soll Bildgebung verbessern

Bildgebende Verfahren sind eine Herausforderung. Eine neue Anwendung soll Ärzten die Arbeit mit ihnen erleichtern.

MÜNCHEN. Die Arbeit mit bildgebenden Verfahren ist für Ärzte mitunter sehr zeitaufwändig. Entlastung soll hier künftig eine neue technische Lösung bieten: Die Software teamplay von Siemens Healthcare verspricht Medizinern unter anderem eine einfachere Auswertung der Auslastung von Geräten, wie Computertomografen sowie eine bessere Kontrolle von Strahlendosen und eine bessere Zusammenarbeit mit Kollegen, wenn es um das Tauschen und Auswerten von medizinischem Bildmaterial geht.

"Mit teamplay wollen wir die Vernetzung von Ärzten fördern und die diagnostische Qualität der Untersuchungen verbessern", erklärt Thomas Friese, der die Software mitentwickelt hat, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Angelegt ist die Anwendung als Cloud basierter Dienst. Anwender, die mit der Software arbeiten möchten, benötigen eine Internetverbindung und ihren Browser, um Funktionen nutzen zu können. Dies habe den Vorteil, ortsunabhängig auf Daten zugreifen zu können. Die Software befindet sich auf einem Server - auf lokalen Computern müsse kein Programm zusätzlich installiert werden. Nötig dafür sei ein Account unter der Adresse https://teamplay.siemens.com/login.html, der Zugriff auf die Plattform ermögliche. "An diesem Ort werden Daten, Nutzer und Geräte miteinander verbunden, um besser in Klinik und Praxis arbeiten zu können", sagt Friese.

Interessant sei die Anwendung speziell für Einrichtungen mit großer Flotte ab zirka zehn Geräten, da es dort viele Informationen gebe, die mit einer Datenanalyse in Echtzeit ausgewertet werden könnten. Bislang besteht die Anwendung aus drei Modulen: "Usage" zeige Benutzern Nutzungs- und Leistungsdaten der Geräte an, wie den Patientendurchsatz. Spannend dabei sei, wie Freise betont, dass sich Einrichtungen auf Grundlage anonymisierter Daten untereinander vergleichen könnten. "Dose" ermögliche die Dosisüberwachung bei Untersuchungen. Die applizierte Dosis werde anhand der Art der Untersuchung und der untersuchten Körperregion analysiert und biete einen Überblick über das eingesetzte Geräte-Protokoll. "Protocols" erleichtere das Bearbeiten, Analysieren und Kommentieren der Scanprotokolle.

Vertrieben werde teamplay als Freemium. Das bedeute, dass die Basisanwendung kostenlos ist. Anwender müssten aber für bestimmte Funktionen bezahlen - oder einen Premium-Nutzeraccount erwerben. Derzeit befindet sich teamplay nach Unternehmensangaben in der finalen Testphase. "Momentan haben wir Kunden im dreistelligen Bereich, die die Anwendung benutzen", so Friese. Marktschwerpunkte seien für Siemens Deutschland und die USA. In Kürze soll der Dienst hierzulande mit allen Modulen in der finalen Fassung bereit stehen. "Unsere Vision für die Zukunft ist, die Plattform als Netzwerk für große und kleine Versorger im gesamten Gesundheitswesen zu etablieren", konkretisiert Friese. (mh)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »