Ärzte Zeitung, 30.05.2014

Praxisnetz Kiel

Verschlanken für die Netzförderung

Zu groß für die Netzförderung? Dem Praxisnetz Kiel mit seinen über 400 Mitgliedern scheint es so zu gehen. Nun will sich der Ärzteverbund neu aufstellen.

KIEL. Das Praxisnetz Kiel stellt sich neu auf. Fest steht: es strebt eine Netzförderung an und soll zuvor kleiner und schlagkräftiger werden. Offen ist, wie viele Ärzte dies unterstützen.

Denn mit über 400 Netzmitgliedern zählt das Kieler Netz bislang zu den größten in ganz Deutschland. Der Anteil der Aktiven war aber stets gering. Ein Vorteil der bestehenden Form ist eine gut aufgebaute Netzinfrastruktur mit Geschäftsstelle, Netzzeitung und einem E-Mail-Verteiler mit 98-prozentiger Abdeckung.

Nicht zu unterschätzen ist zudem der Einfluss des Netzes in der Kieler Gesundheitsszene. Allein durch die hohe Mitgliederzahl wurden Belange der niedergelassenen Ärzte bislang von den Kliniken durchaus ernst genommen.

"Wir befanden uns im Dornröschenschlaf, verfügen aber über eine gute Infrastruktur", beschreibt die fachärztliche Vorstandsvorsitzende Dr. Doris Scharrel den Zustand des schon in der 1990er Jahren gegründeten Netzes.

Keine Aussicht auf Netzförderung in der bestehenden Form

Die Organisation war bislang jedoch aufwändig und von Ehrenamtlichen schwer zu leisten. Und es gibt noch ein Problem: In der bestehenden Form hat das Netz keine Aussichten auf die finanzielle Netz-Förderung durch die KV Schleswig-Holstein in Höhe von bis zu 100.000 Euro.

Ein kleines Team um Scharrel arbeitet deshalb seit rund einem Jahr an einer Umwandlung. Erste Entscheidungen sind bereits gefallen: Der Sprecherbeirat, das höchste Gremium im Netz, hat die angestrebte Eintragung ins Vereinsregister einstimmig beschlossen.

Bislang war das Netz ein nicht rechtsfähiger Verein und damit nicht förderungsfähig. Auch die Größe des Netzes ist für eine Förderung ein Ausschlusskriterium.

Das vorgelegte Modell lässt den niedergelassenen Ärzten Wahlmöglichkeiten: Als vollwertiges Netzmitglied zahlen sie künftig 250 Euro im Jahr und genießen Vorteile wie Stimmrecht für alle Netzbelange, Teilnahme an honorierten Versorgungsprojekten und an Fortbildungen des Netzes sowie eine zusätzliche Förderung für KV SafeNet. Assoziierte Mitglieder zahlen keinen Beitrag, werden aber weiterhin umfassend informiert.

Eine Vorabumfrage des Netzes zeigte, dass rund ein Drittel zur kostenpflichtigen und ein Drittel zur assoziierten Mitgliedschaft tendieren sowie ein Drittel nach der Umwandlung nicht mehr im Netz vertreten wäre. Die dann erreichte Größe würde das KV-Förderkriterium erfüllen. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »

Mit Geriatrietests zur Diabetestherapie à la carte

Der eine ist fit, der andere gebrechlich: Alte Menschen mit Typ-2-Diabetes brauchen individuelle Therapieformen. Ein Geriater gibt Tipps. mehr »