Parkinsonkranke

Uniklinik Dresden setzt auf Netzwerk

Auf dem Land in Ostsachsen soll die Behandlung von Parkinsonkranken verbessert werden.

Veröffentlicht:

DRESDEN. Die Dresdner Universitätsklinik sucht Ärzte und Kliniken in Ostsachsen als Partner für ein Versorgungsnetz für Parkinsonkranke.

Wie das Klinikum mitteilte, soll damit vor allem in den ländlichen Regionen die Behandlung verbessert werden. Dort würden bis zu 40 Prozent der Patienten ausschließlich von Hausärzten versorgt, in Dresden seien es hingegen nur 16 Prozent.

Als Ursache sieht das Klinikum einen zunehmenden Ärztemangel auf dem Land sowohl auf dem Gebiet in der Allgemeinmedizin als auch in der Neurologie.

"Studien haben gezeigt, dass Parkinson-Patienten von einem gesicherten Zugang zu Neurologen erheblich profitieren, sogar die Sterblichkeit sinkt bei der Versorgung durch einen solchen Facharzt", sagt Professor Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie am Dresdner Uniklinikum. "Wenn dies aufgrund fehlender niedergelassener Fachärzte nicht möglich ist, müssen wir handeln, um die Versorgungsgerechtigkeit wiederherzustellen."

Zusammen mit dem Elblandklinikum Meißen und der Klinik am Tharandter Wald in Halsbrücke – der einzigen zertifizierten Parkinson-Fachklinik in Sachsen – hat das Dresdner Uniklinikum deshalb das "Parkinsonnetzwerk Ostsachsen" gestartet.

Denn auch ein Anstieg der Zahl der niedergelassenen Ärzte kann nach Einschätzung des Uniklinikums das Problem allein nicht lösen. Erfolgversprechend seien dagegen technische Innovationen vor allem in der Früherkennung sowie im telemedizinischen Austausch.

Deshalb planen die drei Kliniken in Dresden, Meißen und Halsbrücke ein Versorgungsnetz, in dem ambulant tätige Fachärzte intensiv mit Kollegen in spezialisierten Akutkrankenhäusern und Reha-Kliniken zusammenarbeiten.

Dadurch ließen sich Parkinsonpatienten effizienter versorgen. Als Beispiel verweist das Uniklinikum auf die Tiefenhirnstimulation. In Dresden profitierten sechs Mal mehr Patienten von einer solchen Therapie als Menschen in ländlichen Regionen. (sve)

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