Ärzte Zeitung, 03.02.2017
 

Arzteinkommen

Wettstreit der Systeme

Ein Kommentar von Hauke Gerlof

Aus gehabtem Schaden nichts gelernt? Die vorläufigen Daten des Zi-Praxis-Panels hat KBV-Chef Dr. Andreas Gassen einmal mehr pauschal kommentiert: Klinikärzte stünden noch immer besser da als Vertragsärzte – "beim Gehalt und bei der Arbeitszeit". Das Kassenarztsystem habe es damit weiter schwer, Ärzte zur Niederlassung zu bewegen.

Es ist wieder der alte Fehler, die Niederlassung schlecht zu machen. Das mag mit Blick auf die nächsten Honorarverhandlungen verständlich sein; und es sind sicher auch keine falschen Zahlen, wenn das Zentralinstitut errechnet, dass ein Vertragsarzt im Vergleich zum Leitenden Oberarzt im Durchschnitt weniger verdient.

Doch wahr ist auch: Klinikärzte leiden unter starren Arbeitszeiten, Nachtdiensten und unter steigendem Arbeitsdruck und gehen deshalb in die Praxis. Dort können sie sich die Arbeit selbst einteilen – und sie haben durchaus die Chance, dabei auch noch besser zu verdienen als die Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus. Diese Chance ist in dem vom Zentralinstitut untersuchten Zeitraum allem Anschein nach größer geworden. Doch darüber redet der KBV-Chef nicht. Warum nur ist das Glas für Kassenärzte immer halb leer? Für junge Ärzte ist es doch längst mindestens halb voll!

Lesen Sie dazu auch:
24 Fachgruppen im Vergleich: So viel verdienen niedergelassene Ärzte
Einkommen: Vertragsärzte knacken Inflationsrate

[03.02.2017, 08:08:07]
Cornelia Karopka 
Arme Klinikärzte!
Klinikärzte leiden unter starren Arbeitszeiten- Vertragsärzte nennen das "Sprechstunde" und auch die kann nicht nach Lust und Laune wöchentlich geändert werden und im Gegensatz zu den Klinikärzten bleibt der Vertragsarzt, bis der letzte Patient gegangen ist- und fährt anschließend als Hausarzt noch zu seinen Hausbesuchspatienten.
Und den steigenden Arbeitsdruck bemerken Vertragsärzte natürlich überhaupt nichts- die letzte Segnung der KBV "Physiotherapierezept erstellen" optimiert den Praxisablauf so gut, dass das Erstellen jetzt mindestens drei Mal so lange dauert wie vorher, die Rechtfertigung wirtschaftlicher Arbeit durch Eingabe sogenannter Nummern für Praxisbesonderheiten, die immer neue Blüten treibt, die neuen Bescheinigungen für die KK bei längerer AU, die zunehmende Zahl von Attesten für Gerichte bei Pflegeheimpatienten - das alles erledigt der Vertragsarzt nach der Sprechstunde. Und da kann er natürlich einteilen, ob Freitag Nachmittag oder am Wochenende. zum Beitrag »

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