Ärzte Zeitung online, 20.05.2019

Schönheitschirurgie

Ästhetische Eingriffe weiter im Trend

Die Zahl der Schönheitseingriffe in Deutschland steigt weiter – ein nicht unkritischer Trend, sagen selbst Schönheitschirurgen.

MÜNCHEN. Der Wunsch nach makellosem Aussehen treibt immer mehr Menschen dazu, sich unters Messer zu legen. Die Anzahl der Schönheitseingriffe ist 2018 um etwa neun Prozent auf insgesamt rund 77.500 gemeldete Eingriffe gestiegen, wie die aktuelle Operations- und Behandlungsstatistik der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) zeigt (wir berichteten).

Die Anzahl minimalinvasiver Behandlungen ist demnach um 15 Prozent gestiegen. Die häufigsten Eingriffe 2018 bei Männern und Frauen seien Faltenunterspritzungen mit Botulinum, Hyaluron-Behandlungen sowie Lippenkorrekturen gewesen. Auch die Anzahl der ästhetisch-plastisch-chirurgischen Eingriffe ist leicht gestiegen.

Der Trend zeigt, dass Frauen sich zwar sechsmal häufiger für einen ästhetischen Eingriff entscheiden. Die Männer holen aber auf: Absolut gesehen habe sich die Zahl der operativen Eingriffe bei Männern mehr als verdoppelt.

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es eine Veränderung in der geschlechterspezifischen Verteilung. Während bei Frauen der Trend zu minimalinvasiven Eingriffen anhält, steigt bei Männern die Nachfrage nach chirurgischen Eingriffen, zeigt die Statistik.

Männer stehen auf Augenkorrekturen

Am häufigsten unterziehen sie sich demnach Oberlidkorrekturen. Auf Platz zwei und drei der Beliebtheitsskala stehen Fettabsaugung und Nasenkorrektur. Häufigster operativer Eingriff bei Frauen waren 2018 Brustvergrößerungen. Auf Platz zwei findet sich die Oberlidstraffung, die 2017 noch an erster Stelle bei den operativen Eingriffen stand.

Kongresspräsident Dr. Dominik von Lukowicz beobachtet insbesondere bei jungen Menschen einen Anstieg der Eingriffe. In Zeiten des „Selfiebooms“ in sozialen Medien verfolgten viele von ihnen Ideale, die jeder seriöse Ästhetisch-Plastische Chirurg oft ablehnen müsse. „Virtuelle Schönheit ist nicht medizinische Realität“, mahnt der Experte. (mu)

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