Ärzte Zeitung, 13.07.2009

Beschäftigungsquote bei Älteren gering

Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linkspartei / Zahlen bestärken Kritiker der Rente mit 67

BERLIN (dpa/ger). Nur jeder 14. im Alter zwischen 63 und 65 Jahren hat eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle inne. Schon ab Mitte 50 geht der Anteil der Menschen mit einem vollwertigen Job rapide zurück. Das untergräbt auch die Einnahmebasis der Sozialversicherungssysteme wie der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Wie die "Frankfurter Rundschau" in ihrer Montag-Ausgabe zitiert, sinkt die Beschäftigungsquote im Alter zwischen 55 und 58 Jahren auf 39,4 Prozent der Menschen ab. Bei den 58- bis 63-Jährigen sind noch 26,6 Prozent voll beschäftigt, in der Altersklasse darüber 7,4 Prozent.

Die Daten stammen vom August 2008, also aus einer Zeit, in der die durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise bedingte Krise am Arbeitsmarkt noch kaum zu spüren war. Seitdem verschärfe sich die Situation. So sank laut Bundesregierung die Zahl der 55- bis 65-jährigen Arbeitslosen zwischen Mai 2007 und Mai 2008 um 14 Prozent (67 000). In den zwölf Monaten danach nahm sie aber um 17 Prozent zu. Dramatisch stellt sich demnach die Lage für die über 58-Jährigen dar. Ihre Arbeitslosenzahl sei binnen eines Jahres um 96 Prozent hochgeschnellt.

Die Bestandsaufnahme ist für Union und SPD politisch heikel, weil sie die Kritiker der Rente mit 67 bestärkt. Die Koalition hat erklärt, ein späterer Beginn der Rente sei nur sinnvoll, wenn die Menschen tatsächlich länger arbeiten könnten. Auch die Entlastung der Krankenkassen durch einen späteren Rentenbeginn würde nur gering ausfallen, wenn die tatsächliche Beschäftigungsquote für ältere Arbeitnehmer nicht ansteigt.

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