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Unternehmen

Alkohol weitgehend verbannt

Die deutsche Wirtschaft pflegt aus Expertensicht inzwischen einen vorbildlichen Umgang mit dem Suchtstoff Alkohol - und hat ihn aus den Unternehmen weitgehend verbannt. Wie es scheint, mit Erfolg.

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DÜSSELDORF. Suchtexperten haben der deutschen Wirtschaft ein erfolgreiches Umsteuern beim Umgang mit Alkohol bescheinigt.

Der Trend weg von der betrieblichen Trinkkultur hin zur qualitätsgestützten Suchtprävention sei in den meisten Großunternehmen vollzogen, sagte Raphael Gaßmann von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen am Montag in Düsseldorf. Für die Betriebe zahle sich dies spürbar aus.

Alkoholismus in Firmen rückläufig

Trotz Stress‘ und Leistungsdrucks sei die langjährige Zunahme des Alkoholismus in Deutschland inzwischen gestoppt, es werde sogar etwas weniger getrunken. Nachholbedarf gebe es noch in manchen kleineren und mittleren Unternehmen.

Arbeit habe für Abhängige einerseits eine stabilisierende Wirkung, könne bei viel Stress und Druck aber auch zur Suchtgefahr werden. "Weniger Überstunden für die einen und mehr Arbeitsplätze für die anderen", mahnten die Experten.

Unklar sei noch, ob nicht auch die gestiegenen Anforderungen den Alkoholkonsum zurückgedrängt hätten: Alkoholismus, früher oft stillschweigend toleriert, sei mit dem heutigen Arbeitsleben kaum noch vereinbar.

Die Selbsthilfeorganisation der Guttempler forderte eine gesetzliche Einstellungsquote für "trockene" Suchtkranke: "Diese Menschen sind die verlässlichsten Arbeitnehmer, die man sich wünschen kann", sagte Wiebke Schneider, Geschäftsführerin der Guttempler.

Die Zurückhaltung der Arbeitgeber bei der Beschäftigung von abstinent lebenden Alkoholkranken sei unbegründet. Rückfälle seien selten und die Aussichten besser als bei allen anderen chronischen Krankheiten.

Warnung vor Chefs als dilettantische Therapeuten

Der Umgang mit suchtkranken Mitarbeitern müsse Chefsache sein, forderte Gaßmann. "Chefs sollten nicht zu dilettantischen Pseudo-Therapeuten werden." Es gebe sehr gute Leitfäden für den Umgang mit Suchtkranken in den Unternehmen.

In Deutschland gelten 1,3 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter als alkoholabhängig. Weitere zwei Millionen Menschen dieser Altersgruppe betreiben Alkoholmissbrauch.

Die alkoholbedingte Arbeitsunfähigkeit kostet nach Berechnungen der Gesetzlichen Krankenversicherungen 1,5 Milliarden Euro im Jahr. Die indirekten Kosten sollen sogar bei 16,6 Milliarden Euro liegen.

Experten für den Umgang mit Suchtkrankheiten in den Betrieben tagen bis 6. November auf einem bundesweiten Fachkongress in Essen. (dpa)

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