Ärzte Zeitung, 18.01.2016

Kommentar

Mär von der Inklusion im Job

Von Matthias Wallenfels

In puncto Inklusion gibt es in Deutschland durchaus noch Luft nach oben. So hatte der UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen bereits im vergangenen Jahr im Zuge seines Staatenprüfungsverfahrens in Deutschland weiter Defizite bei der Gestaltung der Inklusion im Alltag angeprangert.

Für Arbeitnehmer birgt das Thema Inklusion anscheinend großes Angstpotenzial. Wie eine aktuelle, bevölkerungsrepräsentative Befragung unter 1000 Beschäftigten über 18 Jahren zeigt, würde jeder Vierte am Arbeitsplatz - wenn möglich - den Mantel des Schweigens ausbreiten, wäre er von einer chronischen Erkrankung oder Behinderung betroffen.

Große Verunsicherung herrscht vor allem im Hinblick auf den Erhalt der eigenen Arbeitskraft.

Bemerkenswert: In einer anscheinend immer offener werdenden Welt, in der jeder den Datenschutz anmahnt, aber gleichzeitig hemmungslos intimste Details auf Sozialen Medien wie Facebook oder Twitter postet, grassiert besonders unter jungen Arbeitnehmern die Furcht vor einer chronischen Erkrankung egal, welcher Art.

Diese - bereits in wenigen Berufsjahren erlernte? - Einstellung entlarvt jeden Sonntagsredner. Inklusion ist bei Weitem noch nicht gelebte Realität, auch in den meisten Unternehmen nicht.

Lesen Sie dazu auch:
Inklusion im Job: Chronisch Kranke haben Angst vor dem "Outing"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »