Ärzte Zeitung, 05.11.2009

Holt Hessen für die Schweinegrippe-Imfpung nun doch auch Fachärzte ins Boot?

WIESBADEN (juk). Pneumologen in Hessen verstehen die Welt nicht mehr: Sie dürfen ihre Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen nicht gegen Schweinegrippe impfen. Möglichweise wird der Impfplan noch überarbeitet.

Unverständnis äußerte der Landesverband der Pneumologen darüber, dass ausgerechnet diese Fachgruppe bei der H1N1-Impfung außen vor bleibt. Die Schweinegrippe sei schließlich eine Erkrankung, die sich respiratorisch auswirke. Zudem besäßen die Pneumologen das Patientenpotenzial für die Impfung: Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Einige Kollegen hätten in der Annahme, dass auch sie wie Hausärzte zu den Impfärzten zählen würden, Impfdosen in der Praxis gelagert. Die dürften sie nach dem hessischen Impfplan nun nicht verimpfen.

Das könnte sich vielleicht ändern. Vorrangig liegt in dem Bundesland die Impfung gegen H1N1 in den Händen der Hausärzte und Gesundheitsämter. Inzwischen zeige sich aber, "dass nicht alle Hausärzte impfen wollen oder können", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Minister Jürgen Banzer denke deshalb darüber nach, den Impfplan zu ändern. Wie die Überlegungen konkret aussehen, dazu konnte die Sprecherin noch nichts sagen. In mehreren anderen Bundesländern dürfen Pneumologen gegen Schweinegrippe impfen.

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