Ärzte Zeitung, 14.01.2010

Ärzte schließen über 14 000 neue Ausbildungsverträge

Die Zahl neuer Azubis in den Praxen sinkt insgesamt um 4,5 Prozent

NEU-ISENBURG (reh). Deutsche Arztpraxen bilden weiterhin kräftig aus: 14 282 Neuverträge wurden 2009 geschlossen. Allerdings haben neun Ärztekammern sinkende Ausbildungszahlen zu vermelden.

zur Großdarstellung klicken

Trotz sinkender Azubizahlen: Ärzten ist die Ausbildung in der Praxis wichtig. © ÄZ

Insgesamt sank die Zahl neuer Lehrlinge in den Arztpraxen insgesamt um 4,5 Prozent. Das zeigen die aktuellen Statistiken des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) zum Ausbildungsjahr 2008. Ein geringes Minus, das in einzelnen Ärztekammerregionen jedoch weitaus höher liegt.

Am stärksten vom Rückgang bei den Ausbildungsplätzen für Medizinische Fachangestellte (MFA) ist Nordrhein betroffen: Hier ging die Zahl um 12 Prozent zurück. Wurden 2008 noch 2252 Ausbildungsverträge abgeschlossen, fanden im letzten Jahr nur noch 1981 angehende MFA in Nordrhein einen Ausbildungsplatz. Ebenfalls größere Rückgänge haben Baden-Württemberg - hier sank die Zahl von 2063 auf 1866 Ausbildungsplätze (- 9,5 Prozent) - und Bayern mit einem Minus von 4,7 Prozent zu verzeichnen.

Erfreulich ist, dass in sechs Kammergebieten die Zahl der Neuverträge sogar zulegte: im Saarland, in Bremen Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen und Thüringen. Wobei Thüringen mit 27 Prozent mehr Ausbildungsplätzen das größte Plus verzeichnet - die Zahl der Neuverträge stieg von 108 im Vorjahr auf 137 an. In zwei Kammern, nämlich Westfalen-Lippe und Brandenburg blieben die Ausbildungszahlen konstant.

Insgesamt zeigen sich die neuen Bundesländer ausbildungsfreundlicher: Hier lag das Minus bei nur 1,2 Prozent, in den alten Bundesländern bei 4,8 Prozent.


Lesen Sie dazu auch:
Keine Erklärung für sinkende Ausbildungszahlen?

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Für Ärzte könnte es eng werden

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

Konsequente Strategie gegen Diabetes

Angesichts der epidemischen Zunahme von Diabetes-Patienten in Deutschland, muss die nächste Bundesregierung unbedingt den Nationalen Diabetesplan umsetzen. mehr »