Ärzte Zeitung, 31.01.2011

Großes MVZ sucht Klinikpartner nach Qualität aus

Komplikationsraten werden Wettbewerbsfaktor

BERLIN (ger). Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser im Internet gewinnen für Praxisnetze und große MVZ zunehmend an Bedeutung bei der Wahl der Partner. Das NMVZ in Dresden etwa legt größeren Wert auf beste Qualität als auf räumliche Nähe - und fährt nach eigenen Angaben gut damit.

Das Neurologische Medizinische Versorgungszentrum Dresden (NMVZ) behandelt 25.000 Patienten im Quartal, sagte der Neurologe Dr. Lutz Lohse bei der 17. Netzkonferenz von UCB Pharma in Berlin.

"Wir sind damit natürlich ein interessanter Partner für Kliniken", sagte Lohse. Um Wartezeiten für Patienten zu vermeiden, habe das NMVZ mit bevorzugten Partnern Verträge über bestimmte Behandlungskontingente abgeschlossen, in denen minimale Wartezeiten garantiert sind.

Die Auswahl der Partner, so Lohse, sei aber nicht nach regionalen Kriterien getroffen worden, sondern nach Qualitätskriterien. So habe das Dresdner MVZ Partner in Berlin und im 200 Kilometer entfernten Bad Berka ausgewählt.

"Lesen Sie vor der Entscheidung für Partner die Qualitätsberichte", empfahl Lohse den anwesenden Ärzten. Es mache einen großen Unterschied, ob die Komplikationsrate einstellig oder zweistellig ist. Am Ende profitierten Krankenkassen, Arbeitgeber und Patienten. Die Akzeptanz bei Patienten sei hoch für dieses Vorgehen.

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Ärztliche Kooperation: Vor der Partnerwahl steht die Qualitätslektüre

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