Ärzte Zeitung, 28.09.2011

Delegation - dann brauchen Ärzte Haftungsprophylaxe

Ärzte, die auf Delegation setzen, sollten genau wissen, an wen sie delegieren und welche Tätigkeit.

Das neue Versorgungsstrukturgesetz soll für die ambulante Versorgung festlegen, welche Tätigkeiten Ärzte etwa an Krankenschwestern delegieren können (Paragraf 28 SGB V). "Das ist alles noch im Werden", sagt Dr. Frank Pflüger, Jurist bei Baker McKenzie in Frankfurt/Main. Er empfiehlt Ärzten, die Patienten in Homecare-Programmen betreuen lassen, eine patientenindividuelle Risikoabschätzung.

"Die Delegation schafft ein Risikopotenzial", so Pflüger. Je individueller deshalb Ärzte die Risiken für ihre Patienten abschätzten, desto besser. Dazu gehöre auch, dass sich Ärzte über die fachliche Ausbildung der Krankenschwester und ihre Qualifikation informieren und festhalten, welche Tätigkeit delegiert wird und was es für Vorsichtsmaßnahmen gibt.

Der Jurist empfiehlt auch, alle Anweisungen schriftlich zu dokumentieren. Delegationserklärungen ließen sich durch Formulare leicht standardisieren.

Die erste Medikamentengabe sollte die Krankenschwester dem Patienten unter Aufsicht des Arztes in der Praxis oder in der Klinik geben.

Bei Morbus-Fabry-Patienten sei es etwa wichtig, die Schwestern speziell zu schulen und Fragen abzuklären wie: Wie gut kennt sich die Mitarbeiterin mit Überempfindlichkeitsreaktionen oder Nebenwirkungen nach der Medikamentengabe aus? Wie schnell kann der Notarzt in der Wohnung des Patienten sein? Wie lange ist die Anfahrtzeit? Gibt es eine Hotline für Notfälle? "Das ist ein Stück Haftungsprophylaxe", sagt Pflüger. (ine)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie Seelenklempner Stress bewältigen

Einen Sonntagsblues kennen sie nicht, denn montags ist Chorprobe: In Berlin singen Psychiater, Psychologen und Neurologen seit Jahren gemeinsam in einem außergewöhnlichen Chor. mehr »

Anti-Aging klappt – mit dem richtigen Sport

Wer sein Leben mit Hilfe von Sport verlängern will, sollte auf Sport setzen – und dabei vor allem auf eine Trainingsform, wie eine saarländische Studie jetzt nahelegt. mehr »

Cannabis ist weiter meistkonsumierte Droge

Sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen nimmt Cannabis unter den illegalen Drogen weiterhin die prominenteste Rolle ein. Das geht aus dem DBDD-Jahresbericht hervor. mehr »