Ärzte Zeitung, 08.09.2009
 

Schwanger - nicht gehbehindert

Schwanger - nicht gehbehindert

Schwangere dürfen nicht auf Parkenplätzen für Behinderte parken.

Foto: James Steidl©www.fotolia.de

MÜNCHEN (mwo). Schwangere dürfen nicht auf einem Behindertenparkplatz parken. Selbst in den letzten Wochen der Schwangerschaft können sie nicht mit Gehbehinderten gleichgestellt werden, heißt es in einem inzwischen schriftlich veröffentlichten Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) in München. Für den Besuch bei ihrer Frauenärztin hatte die Klägerin ihr Auto auf einem für Schwerbehinderte ausgewiesenen Parkplatz in München abgestellt.

Statt eines entsprechenden Sonderparkausweises legte sie eine leere Plastikhülle mit der Aufschrift "Mutterpass" in die Scheibe. Das Auto wurde abgeschleppt, die Kosten von 171 Euro wollte die Frau aber nicht zahlen: Hochschwangere Frauen würden "ebenfalls unter einer außergewöhnlichen Gehbehinderung leiden". Dies mag vorkommen, eine dauerhafte Beeinträchtigung wie bei Behinderten liege aber nicht vor, entschieden die Verwaltungsrichter. Eine Gleichbehandlung könne die Frau nicht verlangen.

Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, Az: 10 ZB 09.1052

[09.09.2009, 08:15:08]
Dirk A. Schmidt 
Keine Lobby
Im Gegesatz zu den behindertenverbänden, die mit Argusaugen auf Ihre Rechte achten haben Schwangere (wie auch Kinder) in Deutschland keine große Lobby, was sich in solchen Gesetzen und daraus folgenden Urteilen niederschlägt.

Ein Schande für dieses Land!
---
PS: Sei gut zu Deinen Kindern - denn sie suchen Dein Altenheim aus!  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »