Ärzte Zeitung, 22.03.2010

Gericht darf nicht helfen bei Streit um Glaubensrichtung

OLDENBURG (maw). Gehören getrennt lebende Eltern verschiedenen Glaubensrichtungen an und können sich für ihr gemeinsames Kind nicht auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Glaubensgemeinschaft entscheiden, so darf ein Gericht keinem Elternteil Recht geben. Es müsse vielmehr anhand sorgerechtlicher Kriterien entscheiden, welcher Elternteil über die religiöse Erziehung entscheiden darf. 

Darauf weist der Nürnberger Fachanwalt für Familienrecht Martin Weispfenning mit Verweis auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Oldenburg hin. Das Gericht müsse sich als religiös neutrale staatliche Instanz von der religiösen Fragestellung lösen und nach anderen sorgerechtlichen Kriterien entscheiden, wer über bestimmte Fragen der religiösen Erziehung entscheiden darf, so das OLG. Maßgeblich seien Kriterien wie Kontinuität und Einbettung in das soziale Umfeld.
Az.: 13 UF 8/10

Topics
Schlagworte
Recht (12172)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »