Ärzte Zeitung App, 16.10.2014

Peniskrümmung

Keine Stoßwellen für GKV-Patienten

KASSEL. Für die Behandlung der induratio penis plastica (IPP) bleibt die Op der Standard.

Jedenfalls auf Kassenkosten können niedergelassene Ärzte ebenso wie auch Kliniken die schmerzhafte Peniskrümmung nicht mit Stoßwellentherapie behandeln, wie jetzt das Bundessozialgericht (BSG) entschied.

Bei Männern mit IPP ist der erregierte Penis unnatürlich gekrümmt. Grund sind entzündungsbedingte Verhärtungen zwischen Tunica albuginea und den Schwellkörpern, sogenannte Plaques.

Üblich werden die Plaques operativ entfernt.

Ein Krankenhaus in Magdeburg behandelte 20 Patienten stattdessen mit Stoßwellentherapie. Die AOK Sachsen-Anhalt zahlte zunächst insgesamt 34.563 Euro, forderte das Geld aber zurück, als sie von der Behandlungsmethode erfuhr.

Mit Erfolg: Für diese Methode liege hier keine Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses vor. Eine Behandlung durch niedergelassene Ärzte zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen scheide daher aus.

Die Stoßwellentherapie könne aber grundsätzlich ambulant erfolgen. Daher könne sich das Krankenhaus nicht auf die Experimentierklausel berufen, urteilte das BSG. (mwo)

Urteil des Bundessozialgerichts, Az.: B 1 KR 27/13 R

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »