Ärzte Zeitung online, 26.01.2016

Prozess startet

Hebamme werden neun Mordversuche vorgeworfen

Heute startet der Prozess gegen eine Hebamme in München: Sie soll versucht haben, werdende Mütter bei der Entbindung umzubringen.

MÜNCHEN. Eine Hebamme steht von Dienstag an vor dem Münchner Schwurgericht. Der Vorwurf lautet: neunfacher Mordversuch.

Die Angeklagte soll Frauen bei Kaiserschnitt-Geburten Blutverdünner gegeben haben, die Patientinnen überlebten nur knapp.

Die 34-Jährige ist wegen Fällen im hessischen Bad Soden und am Münchner Klinikum Großhadern angeklagt.

Das Klinikum Großhadern hatte die vier Verdachtsfälle in dem Münchner Krankenhaus im Juli 2014 öffentlich gemacht und Anzeige erstattet.

Das angebliche Motiv der Hebamme: Geltungsbedürfnis und Machtdemonstration.

Im Ermittlungsverfahren hat die Hebamme die Vorwürfe abgestritten. Das Gericht will den Fall an voraussichtlich 52 Verhandlungstagen mit Hilfe von 94 Zeugen und sechs Sachverständigen klären. Die Anklageschrift umfasst 247 Seiten. (dpa)

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