Ärzte Zeitung online, 22.11.2016

Eltern vor Gericht

Behandlung von HIV-infiziertem Kind abgebrochen

Statt ihr HIV-infiziertes Kind medizinisch behandeln zu lassen, brachten sie es zum Wunderheiler. Seit heute stehen die Eltern in Düsseldorf vor Gericht.

DÜSSELDORF. Ein Elternpaar aus Neuss bei Düsseldorf soll die medizinische Behandlung ihres HIV-infizierten Kindes abgebrochen haben. Das Kind soll dadurch schwere bleibende Schäden erlitten haben und geistig und körperlich behindert sein.

Seit Dienstag müssen sich der 50-jährige Vater und die 37-jährige Mutter wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Düsseldorfer Amtsgericht verantworten.

Der Anklage zufolge hatte das Paar den Ärzten zunächst die HIV-Infektion der Mutter verschwiegen. Mehrmals hätten die Eltern dann einen HIV-Test bei ihrem Baby ausdrücklich abgelehnt. Obwohl die dadurch deutlich verspätet erfolgte Therapie gewirkt habe, hätten die Eltern sie dann eigenmächtig abgebrochen und das Kind zu einem Wunderheiler gebracht.

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