Ärzte Zeitung, 13.08.2012

Ratschläge

Im Patienten-Gespräch auf Wortwahl achten

MÜNCHEN (wst). Wird die gleiche Aussage in positivere Worte verpackt, kommt sie beim Patienten ungleich besser an.

Im Patienten-Gespräch auf Wortwahl achten

Einen herablassenden Unterton sollten Ärzte im Gespräch mit ihren Patienten vermeiden.

© Klaus Rose

Diese Tatsache hat Rudolf Loibl aus Straubing, Unternehmensberater und Manager des Berufsverbandes Niedergelassener Gastroenterologen, auf einem Fachsymposium des Netzwerks gegen Darmkrebs e.V. in München anhand einiger Beispiele anschaulich untermauert.

Anstatt einen Patienten mit der Frage "waren Sie schon mal bei uns" wissen zu lassen, dass Sie sich nicht an ihn erinnern, kann er sich wichtiger genommen fühlen, wenn Sie fragen "wann waren Sie das letzte Mal da?"

Eine vielleicht tatsächlich etwas schmerzhafte Prozedur kündige man taktisch klüger an mit "das halten Sie gut aus" und nicht mit "das tut nicht besonders weh", so der Vorschlag von Loibl.

Herablassenden Unterton vermeiden

Ein neues Generikum finde leichter Akzeptanz mit der Ansage "das ist genauso gut wie Ihr bisheriges Medikament und preisgünstiger ist es auch noch" als mit der Information "das ist nicht schlechter als das bisherige, nur billiger".

Und mit einer Wortwahl wie "Sie können sich sicher sein, dass ..." vermeiden sie den herablassenden Unterton von "Sie müssen nicht denken, dass ...". Zu leicht und nicht ganz zu Unrecht höre der Patient sonst heraus "das Denken überlassen sie mal uns!"

Auch eine notwendige Dauertherapie sollte immer positiv an den Patienten gebracht werden. Sagen Sie etwa: "Sie haben damit die Möglichkeit auf ein gutes Leben" und nicht "damit müssen Sie jetzt halt leben", rät Loibl.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die häufigsten Fehler bei der Opioid-Therapie

Nehmen Patienten Opioide ein, müssen sie einiges beachten. Manches Missverständnis und mancher Einnahmefehler können Ärzte mit zwei Sätzen der Erklärung ausräumen. mehr »

Spahn im Dialog mit den Ärzten

Seit Monaten wird heiß ums Terminservice- und Versorgungsgesetz diskutiert. Heute stellte sich Jens Spahn direkt den Fragen der Ärzteschaft zu TSVG, Sprechstunden und Co. Das Wichtigste der Veranstaltung in 13 Tweets. mehr »

Spahn bleibt bei Sprechstundenzeiten hart

Das Termineservicegesetz wird nachgebessert werden, aber nicht bei den Sprechstundenzeiten. Das stellt Jens Spahn beim Neujahrsempfang des Hausärzteverbands klar. mehr »