Ärzte Zeitung, 12.08.2009

Reiseabbruch wegen Schweinegrippe - wer zahlt?

Reiseabbruch wegen Schweinegrippe - wer zahlt?

In der Pflicht sind die Reiseversicherer nicht, im Grippefall wollen sie aber kulant handeln

KÖLN (akr). Reiseversicherer zahlen nicht, wenn Verbraucher wegen der Terror-Anschläge auf Mallorca ihren Urlaub dort absagen oder abbrechen. Erkrankt der Kunde dagegen vor oder in den Ferien an Schweinegrippe, leisten die Gesellschaften in der Regel.

"Der Versicherer kommt nur für Hinderungsgründe auf, die in der Person des Reisenden liegen", sagt Monika Reitsam-Rieger vom Reiseversicherer Mondial Assistance. Dazu gehören schwere Erkrankungen, auch von Angehörigen, oder schreckliche Ereignisse wie das Abbrennen des eigenen Hauses. Da die Schweinegrippe als Pandemie eingestuft ist, ist sie eigentlich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Mondial Assistance und viele weitere Anbieter haben aber erklärt, das sie trotzdem Deckung gewähren.

Werden Urlauber durch einen Anschlag verletzt und brauchen medizinische Hilfe oder brechen die Ferien ab, zahlen die Versicherer ebenfalls. Spricht das Auswärtige Amt hingegen eine Reisewarnung aus und der Verbraucher tritt daraufhin die Reise nicht an, gibt es keine Erstattung der Storno-Kosten. "Wir zahlen aber, wenn der Kunde trotzdem dorthin fährt und ihm etwa bei einem Anschlag etwas geschieht", sagt Heinz-Gerhard Wilkens vom Reiseversicherer Hanse Merkur.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Handhygiene in der Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfektionen bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »

Tipps zur COPD-Diagnostik

Viele COPD-Patienten werden als solche gar nicht erkannt, bei anderen wird die Diagnose vorschnell gefällt. Anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tags erinnern wir an die neuen deutschen Leitlinien und grundlegende Änderungen. mehr »

Medikationspläne oft nicht genutzt

Medikationspläne – zumindest frei erstellte – verbessern die Arzneimittel-Therapiesicherheit wohl nicht wie erhofft. Das legt nun eine Studie der Uni Greifswald nahe. mehr »