Ärzte Zeitung, 18.11.2010

Private Krankenversicherer geben sich optimistisch

Die privaten Krankenversicherer sehen sich weiter als wachsende Branche. Die Prognose: Die Prämieneinnahmen werden 2010 höher sein als die Leistungsausgaben. Sorgen bereitet nur der Basistarif.

Private Krankenversicherer geben sich optimistisch

Gute Zahlen: Der PKV-Verband hat seine Prognose für das Gesamtjahr 2010 vorgelegt.

© Christopher Meder / fotolia.com

KÖLN (iss). Die privaten Krankenversicherer gehen davon aus, dass im laufenden Jahr die Prämieneinnahmen stärker zunehmen als die Leistungsausgaben. Die Branche erwartet Beiträge von 33,36 Milliarden Euro, das wäre eine Steigerung um sechs Prozent.

Die Versicherungsleistungen inklusive der Ausgaben für die Schadenregulierung werden mit 22,07 Milliarden Euro beziffert, 4,5 Prozent mehr als 2009.

Das geht aus dem Zahlenbericht 2009/2010 des PKV-Verbands hervor. Dort veröffentlicht der Verband, der 45 Krankenversicherer vertritt, das endgültige Geschäftsergebnis der Branche im Jahr 2009, sowie Daten für das erste Halbjahr 2010 und eine Prognose für das Gesamtjahr.

"Die PKV ist trotz aller gesetzlichen Einschränkungen in jedem Jahr eine wachsende Branche geblieben - was übrigens auch für die Kapitalanlagen gilt", schreibt Verbandsdirektor Dr. Volker Leienbach im Vorwort des Berichts. 2009 seien die Alterungsrückstellungen der Kunden um 8,2 Prozent auf 144 Milliarden Euro gestiegen.

Sorgen macht der Branche der privaten Krankenvesicherer nach wie vor der gesetzlich vorgeschriebene Basistarif, der vom Leistungsniveau her der GKV entspricht. Er habe sich bislang zwar nicht zu einer Konkurrenz für die "echte" PKV-Welt entwickelt, schreibt Leienbach.

Ende Juni 2010 waren dort lediglich 18 200 Personen versichert - insgesamt gab es zu diesem Zeitpunkt 8,9 Millionen Vollversicherte. "Dennoch bleibt der Tarif durch seine Subventionsbedürftigkeit eine latente Bedrohung für die Existenz der privaten Krankheitsvollversicherung."

Lesen Sie dazu auch:
Jagd auf die Kunden: PKV-Branche sucht Hilfe bei der BaFin

[18.11.2010, 19:51:54]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Honi soit, qui mal y pense - ein Schelm, wer Übles dabei denkt!
Das kann doch nicht wahr sein! Dem Zahlenbericht 2009/2010 des PKV-
Verbands zu Folge ist das halbvolle Glas ("Prämieneinnahmen werden 2010 höher sein als die Leistungsausgaben") ordentlich gefüllt und das halbleere Glas ("Die BaFin soll in der Kalkulationsverordnung Höchstgrenzen für Provisionen festlegen") geht zur Neige. Ja, was denn nun? Na klar, sicherheitshalber kündigen die großen Krankenversicherer schon mal Prämienerhöhungen an.

Und die Branche der privaten Krankenversicherer bejammert den gesetzlich vorgeschriebenen Basistarif, der zwar das Leistungsniveau der GKV vorsieht und gleichzeitig nur einer minimalen Steigerung der GOÄ Einfachsätze entspricht. Zugleich darf die Prämie aber dem GKV-Höchstsatz von 558,75 Euro mtl. in diesem und 575,44 Euro mtl. im nächsten Jahr entsprechen. Dieser Tarif hat "Subventionsbedürftigkeit"?

Stirn runzelnd und MfG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM in Dortmund



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